Entnahmeplan

Entnahmestrategie Auszahlplan

Was bedeutet Entnahmeplan?

Ein Entnahmeplan ist ein technischer Bauplan, der festlegt, wie Du regelmäßig Geld aus Deinem angesparten Vermögen entnimmst, um Deinen Lebensunterhalt dauerhaft zu decken. Er bildet die Brücke zwischen der Ansparphase und der Phase der finanziellen Freiheit, meist als Privatier oder im Ruhestand. Im Gegensatz zum einfachen Verkauf von Anteilen sichert ein intelligenter Entnahmeplan den langfristigen Kapitalerhalt.

Wie funktioniert ein Entnahmeplan in der Praxis?

In der Praxis wird Dein Portfolio so strukturiert, dass regelmäßige Auszahlungen – beispielsweise monatlich oder quartalsweise – möglich sind, ohne die übergeordnete Strategie zu gefährden. Basis hierfür ist bei uns immer eine detaillierte Überschussrechnung, die Deinen echten Bedarf ermittelt.

Die Pfafi-Analogie: Der Kornspeicher Stell Dir Dein Vermögen als einen großen Kornspeicher vor. Jahrelang hast Du geerntet und eingelagert (Ansparphase). Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, von den Vorräten zu leben. Ein unstrukturierter Entnahmeplan wäre, einfach jeden Monat eine Schaufel voll rauszunehmen, ohne zu wissen, wie viel noch drin ist. Ein intelligenter Entnahmeplan ist eine präzise Schleuse: Sie misst genau ab, wie viel Korn Du zum Backen (Lebensunterhalt) brauchst, wie viel für „Dürreperioden“ (Börsencrashs) zurückbleiben muss und wie viel als Saatgut für neues Wachstum im Speicher verbleibt.

Strukturierter Entnahmeplan Kornspeicher Beispiel

Warum ist ein Entnahmeplan für Anleger wichtig?

  • Psychologische Sicherheit: Du schaffst Dir ein künstliches „Gehalt“. Zu wissen, dass am Ersten des Monats beispielsweise 3.000 € fließen, nimmt den Stress aus der Volatilität des Marktes.
  • Schutz vor Kapitalverzehr: Durch eine fundierte Entnahmestrategie (z. B. die 4%-Regel) stellst Du sicher, dass Dein Vermögen nicht vorzeitig aufgebraucht wird.
  • Steuerliche Intelligenz: Durch geschickte Entnahmen lassen sich Steuerlasten (z. B. die Vorabpauschale) besser steuern (Hinweis: Keine Steuerberatung).

Worauf Du achten solltest

  • Sequence of Return Risk: Ein Crash direkt zu Beginn der Entnahmephase kann tödlich für Dein Depot sein. Wer hier keinen Lotsen hat, schlachtet seine „Goldene Gans“ zu früh.
  • Die Inflations-Falle: Wenn Du monatlich 2.500 € brauchst, musst Du bedenken, dass Du in 20 Jahren bei 2 % Inflation bereits ca. 3.715 € für die gleiche Kaufkraft benötigst.
  • Werkzeug ohne Bauplan: Ein Auszahlplan bei der Bank ist nur ein Werkzeug (Rohstoff). Erst in der Architektur eines Intelligenten Fondsdepots wird daraus eine Lösung, die auch bei „Sturm“ nicht absäuft.

Ist Dein Kornspeicher wetterfest?

Ein Entnahmeplan ist kein 'Set and Forget'. Lass uns gemeinsam prüfen, ob Deine Strategie auch für die Inflation und Krisen von morgen reicht.

Kurz zusammengefasst

Ein Entnahmeplan ist die mathematische Versicherung, dass Du Deinen Lebensstil als Privatier dauerhaft finanzieren kannst, ohne jemals Angst haben zu müssen, dass das Geld vor dem Leben endet.

Häufige Fragen zum Thema Entnahmeplan

Ein Sparplan dient der Kapitalakkumulation (Aufbau von Vermögen), indem regelmäßig Geld investiert wird. Ein Entnahmeplan dient der Kapitaldezimierung (Verzehr des Vermögens), indem regelmäßig feste oder variable Beträge aus dem Portfolio gezogen werden, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Es wird primär zwischen fixen und variablen Entnahmeplänen unterschieden. Fixe Pläne ziehen einen festen Euro-Betrag (oft inflationsangepasst) ab. Variable Pläne passen die Entnahme an die Marktentwicklung an, um das Kapital zu schonen – sie sind komplexer, bieten aber mehr Sicherheit.

Ja, auf den Gewinnanteil der Entnahmen fällt in der Regel die Abgeltungsteuer an. Durch Teilfreistellungen bei Aktienfonds wird die effektive Last jedoch oft gesenkt (keine Steuerberatung).

Bernd Schmidt
Von Bernd Schmidt
Diana Gotzmer
Geprüft Diana Gotzmer
Aktualisiert: 22. Januar 2026
Bernd Schmidt
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