Was bedeutet SPIVA?
SPIVA (S&P Indices Versus Active) ist eine jährliche, global durchgeführte Studie , die objektiv untersucht , ob aktive Fondsmanager im Vergleich zu passiven Benchmarks (wie dem S&P 500 oder dem MSCI Europe ) nach Abzug aller Kosten erfolgreich sind. Sie dient als wissenschaftliche Basis für die Beurteilung des aktiven Managements.
Wie funktioniert SPIVA in der Praxis?
Stell dir das Investment-Universum wie einen internationalen Marathonlauf vor, der in verschiedenen Regionen (z. B. USA, Lateinamerika ) stattfindet. Der passive Index ist dabei der Durchschnittsläufer, der die Benchmark setzt. Die SPIVA-Studie analysiert dann, wie viele aktive Fondsmanager – die einzelnen Top-Athleten – es schaffen, diese Benchmark über verschiedene Zeiträume (z. B. 1 Jahr, 5 Jahre, 10 Jahre ) und in unterschiedlichen Fondskategorien (z. B. Small Cap, Emerging Markets ) tatsächlich zu schlagen. Sie liefert damit eine unbestechliche Bilanz.

💡 Beispiel (Die Zehn-Jahres-Bilanz in Europa): Die SPIVA-Ergebnisse zeigen konstant, dass über einen Zeitraum von zehn Jahren oft mehr als 80 % der aktiv gemanagten Europa-Aktienfonds ihre Benchmark nicht schlagen.
Bei einem Anlagebetrag von 50.000 €, den du lieber passiv investiert hättest, entspricht die Mehrbelastung durch unnötige Gebühren und die Minderrendite schnell einem Verlust von mehreren Tausend Euro über die Laufzeit. Menschen denken in Geld, nicht in Prozent.
Warum ist SPIVA für Anleger wichtig?
Die Ergebnisse der SPIVA-Studie liefern die härtesten Fakten gegen die teuren Versprechen von Banken-Marketing und Finanzberatern.
- Der Aufklärer: SPIVA entlarvt den Mythos, dass ein Fondsmanager auf Dauer den Markt schlagen kann. Die Daten belegen: Was gut ist, ist meist teuer, und was teuer ist, ist oft nicht gut.
- Strategische Haltung: Die Studie untermauert die Haltung, dass die meisten aktiven Fonds ihr zentrales Versprechen, nämlich die Überrendite gegenüber dem Index, nicht einhalten.
- Deutschland-Fokus: Die Analyse umfasst auch den deutschen Markt (z. B. S&P Germany BMI), weshalb die Ergebnisse für deutsche Anleger besonders relevant sind.
Worauf du achten solltest
Als Bernd Schmidt sage ich klar: SPIVA ist ein starkes Argument, aber kein Allheilmittel. Du musst die Details verstehen, um die Studie richtig zu interpretieren:
- Survivorship Bias (Überlebensfehler): Die Studie berücksichtigt nur Fonds, die den gesamten Zeitraum überlebt haben. Würden auch die Fonds eingerechnet, die in den 10 Jahren aufgelöst wurden, wäre die Performance der aktiven Manager noch schlechter.
- Die Kostenfalle: Aktive Fonds müssen ihre hohen Gebühren (oft 1,5 % bis 2,5 % pro Jahr) erst einmal durch Mehrerträge wieder hereinholen, bevor sie ihren Index schlagen können.
- Keine Steuerberatung: Auch wenn die Gebühren steuerlich absetzbar sind, ersetzt dies keine individuelle Steuerberatung.
Kurz zusammengefasst
Die SPIVA-Studie liefert den empirischen Beweis, dass der Großteil der aktiven Fondsmanager den Markt langfristig nicht schlägt, was die Investition in kostengünstige, passive Lösungen (ETFs) zur überlegenen Strategie für Privatanleger macht.