Schlägt man den DUDEN auf, so findet man den Begriff „Hausse“ kurz, knapp und trocken mit „Steigen der Börsenkurse“ und mit „allg. Aufschwung der Wirtschaft“ erklärt…
Ich sehe Sie / Euch förmlich vor meinem geistigen Auge verwundert diese Zeilen lesen, denn zumindest in Deutschland, also vor der eigenen Haustür, scheint der Aufschwung noch nicht angekommen. Liest man doch fast tagtäglich von neuen Horrormeldungen, dass Unternehmen schon wieder oder immer noch entlassen, Kosten einsparen wollen. Die Arbeitslosenzahlen kennen nur eine Richtung, jede kennt in seinem direkten Umfeld einen Arbeitssuchenden, der verzweifelt sucht und nicht findet…
Der Aufschwung hat aber schon lange begonnen! Die Aktienmärkte nehmen diesen Aufschwung als erstes vorweg: Im März 2003 bereits, kurz vor Beginn des Irak-Krieges II, als der DAX® bei seinen damaligen Tief von 2.188,75 ca. 75% unter seinem historischen Hoch aus dem März 2000 markierte, war der Wendepunkt!!! (Ich schreibe das schon seit geraumer Zeit und werde nicht müde diese Tatsache zu verdeutlichen!!!) Mittlerweile hat sich der Index von diesem Tiefpunkt knapp verdoppelt. Die Party geriet allerdings ins Stocken, die Aktienmärkte hatten die Konjunktur in 2003 etwas zu früh gefeiert, die Konjunktur lahmte doch noch zu sehr, als dass das fundamentale Umfeld einen solchen Kursanstieg auch gerechtfertigt hätte…
Dann aber kam endlich das IV. Quartal 2004: Die Schlagzeile in der Anlegerzeitung im HANDELSBLATT schilderte am 01.11.2004 „Unternehmensgewinne legen kräftig zu“. Europäische Unternehmen überraschen in der gerade abgelaufenen Quartalssaison positiv. Die meisten Gesellschaften schlagen nicht nur ihre eigenen Prognosen, auch in ihren Ausblicken gehen sie von weiterem Wachstum aus. Weil die Kurse auf der Stelle treten, werden Aktien durch die höheren Unternehmensgewinne relativ gesehen immer preiswerter. Hingegen setzt in den USA Ernücherung ein. Zwar verdienen die Unternehmen so viel wie noch nie. Doch so hohe Zuwachsraten wie in der Vergangenheit sind nicht mehr zu halten.“
Bedenkt man außerdem, dass nach der Kapitulation und der tiefsten Angst, der vorsichtige Optimismus an der Reihe ist, so beschreibt sich die aktuelle Stimmung an den Märkten exakt so: Steigen mit Angst! – Hausse. Haargenau in einem solchen Umfeld bestätigen sich Haussen.
Übrigens fließt in einer solchen Phase die aus Vorsicht geparkte Liquidität (siehe Quartalsbericht III. 2004 vom 26.10.2004) in den Markt zurück und nährt somit die Hausse eine gute Schlagzeile für den nächsten Quartalsbericht.
Die Indexschlussstände
| 31.12.2003 | 31.12.2004 | Saldo | Hoch 2004 | Tief 2004 | |
| Deutscher Aktienindex DAX® | 3.965,16 | 4.256,08 | +7,34% | 4.272,18 | 3.618,58 |
| VDAX | 20,74 | 13,68 | -51,61% | 27,62 | 13,11 |
| TecDax | 541,07 | 519,99 | -4,05% | 654,97 | 431,25 |
| Dow Jones Eurostoxx 50 | 2.760,66 | 2.951,24 | +6,46% | 2.965,15 | 2.630,21 |
| Dow Jones Industrial | 9.275,00 | 10.800,30 | +16,45% | 10.868,07 | 9.814,59 |
| Nasdaq Composite | 2.003,37 | 2.175,44 | +10,86% | 2.185,56 | 1.640,88 |
| Nikkei | 10.676,60 | 11.488,76 | +7,61% | 12.195,66 | 10.299,43 |