„Fear of Missing Out“ oder kurz „FOMO“ beschreibt die Angst, ein wichtiges Ereignis zu
verpassen oder an etwas Bestimmtem nicht teilzuhaben. Dieses Ereignis kann zum Beispiel
ein sonniger Tag sein, an dem man im Büro sitzt, anstatt mit seinen Freunden draußen zu
sein. Es kann jedoch auch die wilde Partynacht am Samstagabend sein, die alle auf Social
Media posten.
FOMO beschränkt sich jedoch nicht nur auf Erlebnisse oder gemeinsame Aktivitäten. Das
Gefühl kann auch bei materiellen Dingen entstehen. Ein Beispiel dafür ist, wenn Freunde
oder Menschen im eigenen Umfeld ein neues Smartphone, ein neues Auto oder teure
Kleidung besitzen und man selbst das Gefühl bekommt, ebenfalls aufrüsten zu müssen.
Auch hier entsteht schnell der Eindruck, etwas zu verpassen oder nicht mithalten zu können,
obwohl der eigene Besitz oft vollkommen ausreicht.
Generell wird FOMO durch unsere digitale Umwelt und besonders durch Social Media
verstärkt, denn wir sehen dort häufig nur die geschönte Version des Lebens anderer
Menschen und was sie alles erleben oder besitzen. Reisen, Restaurantbesuche, neue
Kleidung oder teure Anschaffungen werden dort oft so dargestellt, als wären sie ein
normaler Bestandteil des Alltags. Wenn wir ständig sehen, was andere tun oder besitzen,
kann schnell das Gefühl entstehen, hinterherzuhinken oder etwas zu verpassen. Was man
dabei jedoch nicht sieht, sind mögliche Schulden, Stress, lange Arbeitszeiten oder finanzielle
Unsicherheiten, die im Hintergrund stehen können.
FOMO kann auch durch die eigene finanzielle Lage mitbestimmt werden, denn sie
beeinflusst oft, wie lange wir arbeiten müssen, wie viel Freizeit wir dadurch haben und
welche Ausflüge, Ereignisse und Gegenstände wir uns leisten können. Menschen mit
begrenzten finanziellen Möglichkeiten stehen dabei häufig vor einem inneren Konflikt.
Einerseits möchten sie an bestimmten Aktivitäten teilnehmen oder sich Dinge leisten,
andererseits sind ihre finanziellen Mittel begrenzt.
Die Vorstellung, eine Chance zu verpassen, kann in manchen Situationen stärker wirken als
rationales und durchdachtes Handeln. Genau hier beginnt der Einfluss auf unsere Finanzen.
Menschen geben dann Geld für Dinge aus, die sie eigentlich gar nicht brauchen oder sich
langfristig nicht leisten können. Ein spontaner Wochenendtrip, ein teures Konzertticket oder
der Kauf eines neuen technischen Geräts entstehen dann nicht aus einem wirklichen Bedarf,
sondern aus dem Gefühl, mithalten zu müssen und nichts verpassen zu dürfen.
Dadurch entstehen Entscheidungen, die nicht auf Fakten oder einer klaren Strategie
beruhen, sondern vor allem auf Vergleichen mit anderen und auf Emotionen wie Neid oder
Scham. Kurzfristig fühlen sich diese Entscheidungen vielleicht gut an, weil man das Gefühl
hat, mithalten zu können oder sich etwas gegönnt zu haben. Langfristig können sie jedoch
dazu führen, dass weniger Geld für wichtige Ziele übrig bleibt, zum Beispiel für Rücklagen,
größere Anschaffungen oder finanzielle Sicherheit.
Ein bewusster Umgang mit FOMO bedeutet daher nicht, komplett auf Erlebnisse oder neue
Anschaffungen zu verzichten. Vielmehr geht es darum, sich bewusst zu machen, warum
man eine finanzielle Entscheidung trifft und diese zunächst logisch zu hinterfragen.
Man kann sich zum Beispiel fragen, ob eine Anschaffung wirklich notwendig ist oder ob sie nur
aus dem Gefühl entsteht, mithalten zu müssen. Auch eine kurze Bedenkzeit kann helfen,
impulsive Entscheidungen zu vermeiden.
Finanzielle Entscheidungen sollten nicht unter dem Druck sozialer Vergleiche getroffen
werden, sondern auf den individuellen Zielen, Möglichkeiten und langfristigen Plänen eines
Menschen basieren. Wer seine Prioritäten kennt und seine Finanzen bewusst plant, kann
viele Entscheidungen klarer und überlegter treffen. Nicht jede Gelegenheit muss genutzt
werden, sondern nur die, die wirklich zu den eigenen Wünschen, Zielen und zum eigenen
Leben passen