Verkaufspanik & Kapitulation und trotzdem noch nicht unten…

2008
Quartal IV
Bernd Schmidt
Von Bernd Schmidt
Diana Gotzmer
Geprüft Diana Gotzmer
Aktualisiert: 17. Oktober 2025
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FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG 29. November 2008 Holger Steltzener. „In diesem Abschwung schaukeln sich Unsicherheit und Pessimismus auf verstärkt durch mediale Aufgeregtheit. Hier wir greifbar, wie sehr Wirtschaft auch Psychologie ist.“

HANDELBLATT 29. Dezember 2008 Aufmacherüberschrift AUSLÄNDER BAUEN DAX-ANTEIL AUS“ Internationale Investoren nutzen niedriger Kurse für Käufe: Selbst Dax-Neuling K+S ist jetzt nicht mehr mehrheitlich in deutscher Hand – Kleinaktionäre dagegen flüchten in Scharen von der Börse“

Zwei Überschriften, welche das Zeitgeschehen sehr gut einfangen: Auf der einen Seite die schlechte Stimmung, die durch die Presse geschürt und verstärkt (!!!) wird, insbesondere durch die Boulevardblätter, auf der anderen Seite die Auswirkungen: Der Kleinanleger verlässt die Börse! Er ist aber nicht allein, denn deutsche institutionelle Investoren wie Versicherungsgesellschaften und Vermögensverwaltungen fahren die Aktienquote herunter, da sie diese kurzfristig die Betonung liegt auf kurzfristig – nicht vor Ihren Vorgesetzten verantworten können! Währenddessen sammelt der Ausländer ein, baut so heißt es weiter in dem Artikel seinen Anteil von 52,5 auf 53 Prozent in diesem Jahr noch leicht aus… In der Zeit von 2001 bauten die Ausländer ihren Anteil an deutschen Unternehmen von 35,5 auf nun 53,0% aus (Quelle HANDELSBLATT 29.11.2008)…

Selten werden die Hedgefonds genannt, die den Ausverkauf im Herbst letzten Jahres auf die Spitze treiben, denn gekündigte Kreditlinien zwingen diese Fonds unter Zeitdruck Positionen abzubauen…. Das Unheil nimmt seinen Lauf. In der Boulevardpresse ergötzt man sich derweil am Bankensterben und an den immensen Kursschwankungen, anstatt die Zusammenhänge aufzuzeigen…

Im Mai des abgelaufenen Jahres verglich in Deutschland der Bundespräsident Horst Köhler die Finanzkrise mit einem Monster. Ich selbst mache mich nicht frei, nagt sie doch fundamental an Einstellung und Philosophie, stellt Grundlegendes massiv in Frage: Ist man mit Aktien bzw. Aktienfonds auf der richtigen Seite? Ist das Anlagemedium Aktie das richtige Instrument für Altersvorsorge, für Kapitalbildung jeglicher Art, beispielsweise zur langfristigen Entschuldung von Immobilien?!?

„Ja!“, sie sind es! bzw. „Nein!“, ich habe nicht kapituliert! Es ist klar ein Zeichen der Zeit, in der wir uns befinden: Die Nerven liegen blank und man will diese Schwankungen einfach nicht mehr! Ich kann hier jeden verstehen! Damit Aktien aber funktionieren, gilt es gerade in dieser Zeit die Nerven zu bewahren, nicht ein Teil dieser Panik zu werden!!!

Ob allerdings dieses Extremum (4.014,60 im DAX® am 21.November 2008) bereits das Tief in dieser Bewegung markiert, ist allerdings doch unwahrscheinlich… Zwar ist eine zwischenzeitliche Erholung bis in die Bereiche von 6.000 im Frühjahr möglich, ein anschließendes Absacken bis in den Bereich von 3.000 aber nicht auszuschließen… Hier sollte aber dann wirklich der Boden gefunden werden, das Tief aus dem Jahre 2003 sollte möglichst nicht unterboten werden, so dass im Anschluss neue historische Höchststände möglich wären! Denn eines ist sicher: Diese Krise, welche Blüten sie auch schießen mag, geht irgendwann vorbei!!!

Also: Gegebenenfalls kurzfristig noch auf das Schlimmste gefasst machen…

Die Indexschlussstände

31.12.200731.12.2008Saldo52 Wochenhoch52 Wochentief
Deutscher Aktienindex DAX®8.067,324.810,20-40,37%8.100,644.014,60
VDAX16,3637,80+131,0574,00 (!!!)16,37
TecDax974,19508,31-47,82%986,00427,03
Dow Jones Eurostoxx 504.404,642.451,48-44,34%4.344,362.128,29
Dow Jones Industrial13.264,828.668,39-34,65%13.137,937.449,38
Nasdaq Composite2.652,281.550,70-41,53%2.624,271.295,48
Nikkei 22515.307,788.859,56-42,12%15.156,666.994,90
P.S.: Die langfristige Perspektive ist nach wir vor da, die „fiese“ Zeit kurzfristig mit großer Wahrscheinlichkeit leider noch nicht vorüber…
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Verstehe ich gut. Die Finanzbranche hat einen schlechten Ruf . Aber ich bin Vermögens-Architekt, kein Produkt-Verkäufer . Unser erstes Telefonat ist keine Verkaufs-Show, sondern eine reine Diagnose . Wir schauen erst auf den Menschen, dann auf den Markt. Wenn die Chemie nicht stimmt, legen wir auf. Keine Kosten, kein Druck.