Verkaufspanik

2008
Quartal III
Bernd Schmidt
Von Bernd Schmidt
Diana Gotzmer
Geprüft Diana Gotzmer
Aktualisiert: 17. Oktober 2025
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Verkaufspanik

Wen ich in diesen Tagen von antizyklischem Handeln spreche, so schlägt mir zum Teil größtes (!!!) Unverständnis entgegen! Kein Wunder: Angesichts der dramatischen Kurseinbrüche am vergangenen Montag, als die Wallstreet einen Sturz wie seit 1995 nicht mehr vollzog und der Rest der Welt darauf dieser Entwicklung folgte, war Panik im Markt, wollte jeder nur noch raus, retten, was noch zu retten ist, unabhängig davon, ob das Unternehmen, das man gerade im Depot hatte, von der Krise betroffen war oder nicht.

Tritt man nun einen, diesen entscheidenden Schritt zurück, so stellt man faktisch diese Stimmung der Panik fest. Punkt. Wer die Stimmungszyklen an der Börse kennt, der weiß, dass diese Stimmung an den Tiefständen einer Bewegung zu konstatieren sind und in der Regel den Wendepunkt markieren. Punkt.

Warum dann nicht sofort kaufen, stante pede in den Markt zurückkehren? (Weil die Stimmung ja so schlecht ist!) Wenn die Stimmung nicht so schlecht wäre, so wären die Aktienkurse doch zehn Prozent und mehr höher, oder!?! Die Kunst ist doch wider dieser Stimmung wieder in den Markt zurück zu kehren! Dann, wenn man weiß, dass diese Kurse die Tiefstände markieren, bedeutet das, dass wir bereits das Jahr 2009 schreiben, die Entscheidung aber nur im Hier und Heute treffen können! Diese Stimmung zu durchbrechen wird umso schwieriger, weil wir seit einem Jahr gelernt haben, dass Aktienkurse nur eine Richtung kennen, südwärts…

Allerdings gibt es am heutigen Abend, den 3. Oktober 2008, eine Entscheidung, die den Markt entscheidend beeinflussen werden wird: Die Entscheidung über das US Rettungspaketes im amerikanischen Kongress wird die kurzfristige Stimmung Anfang dieses Monats / Quartals prägen: Wird es abgelehnt werden, werden die Aktienmärkte noch weiter schwach bleiben, dann werden weitere Jahrestiefstände gesehen werden, dann ist ein DAX® bei 5.000 schnell im Bereich des Möglichen! Sollte aber der Kongress diesem Paket zustimmen, so haben wir mit sehr großer Wahrscheinlichkeit die Tiefstände bereits am Montag gesehen und würden am Montag so schnell wie möglich die Liquidität in die Aktienmärkte schütten! Der DAX® würde schnell zehn Prozent nordwärts springen und somit die Jahresendrallye einläuten! 6.500 bis 7.000 sind ganz schnell drin!

Sollte der Kongress allerdings nicht zustimmen, so werden wir zwar neue Jahrestiefstände sehen, aber auch danach wird es früher oder später ein Ende diese Kreditkrise, die am Montag dieser Woche mit der HYPO REAL ESTATE AG auch in Deutschland angekommen war, geben!!! Ein um zehn Prozent niedrigeres Niveau würde dann genutzt werden, um den Wiedereinstieg in die Aktienmärkte zu vollziehen… Vor dem Hintergrund der Abgeltungssteuer gilt es ohnehin dieses Niveau für langfristige Engagements zu nutzen!!!

Also: Gegebenenfalls kurzfristig noch auf das Schlimmste gefasst machen, danach langfristig abgeltungssteuerfrei Geld verdienen!!!

Die Indexschlussstände

31.12.200730.09.2008Saldo52 Wochenhoch52 Wochentief
Deutscher Aktienindex DAX®8.067,325.831,02-27,72%8.117,795.617,81
VDAX16,3633,67+105,81%33,6715,06
TecDax974,19685,90-29,89%1.058,93644,15
Dow Jones Eurostoxx 504.404,643.036,98-45,03%4.502,802.924,13
Dow Jones Industrial13.264,8210.850,66-22,25%14.198,1010.365,45
Nasdaq Composite2.652,282.082,33-27,37 %2.861,511.975,00
Nikkei15.307,7811.259,86-35,95%17.488,9710.938,14

P.S.: Das US Rettungspaket wurde vom Kongress genehmigt, die positive Reaktion an der Wallstreet dauerte gerade einmal eine knappe Stunde an, bis man sich eines Besseren (Schlechteren) besann und wieder auf die Verkaufsseite wechselte: Der DOW JONES Industrial schloss mit 154,47 Punkten 1,50 % schwächer als am Donnerstagabend, als noch die Unsicherheit über den Ausgang dieser Abstimmung die Stimmung beherrschte… Nähme man diese Reaktion stellvertretend für die nun zu erwartende kurzfristige Entwicklung an, so ist durchaus mit weiterer Unsicherheit zu rechnen, DAX®-Stände gen 5.500 / 5.300 sind demzufolge zu erwarten, sollten aber vor dem o.a. Hintergrund aus heutiger Sicht zum Einstieg genutzt werden…

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Verstehe ich gut. Die Finanzbranche hat einen schlechten Ruf . Aber ich bin Vermögens-Architekt, kein Produkt-Verkäufer . Unser erstes Telefonat ist keine Verkaufs-Show, sondern eine reine Diagnose . Wir schauen erst auf den Menschen, dann auf den Markt. Wenn die Chemie nicht stimmt, legen wir auf. Keine Kosten, kein Druck.