Immer noch Subprimekrise und zwischen Rezessionsangst und Abgeltungssteuer

2007
Quartal IV
Bernd Schmidt
Von Bernd Schmidt
Diana Gotzmer
Geprüft Diana Gotzmer
Aktualisiert: 17. Oktober 2025
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Die Subprimekrise hat uns alle wieder auf den Boden der Tatsachen geführt, seien wir doch einmal ehrlich, nach mittlerweile 4½ Jahren Aktienhausse hat man allmählich begonnen zu vergessen, dass Aktien auch fallen können, denn kurzfristige Korrekturen waren in dieser Zeit zwar da, aber ebenso schnell wieder vorbei, wie sie gekommen waren. Man nennt diese Welt auch „Die beste Welt aller Welten“. Die Notenbanken haben diese Welt mit ihrer Liquidität angeschoben und finanziert, die Banken haben letztendlich gewährt und diese Kredite zum Teil mit der Gier nach Mehrrendite verbrieft, um sie anschließend zu verkaufen, aber auch zu kaufen! Die allmählich steigenden Zinsen führten letztendlich zu Ausfällen bei Krediten und zu dieser Krise, der sogenannten Subprimekrise, weil man diese Kredite zwischenzeitlich im Überschwang über Maßen gewichtet hatte!

Das Pendel schlägt zurück: Die Notenbanken, die mit dem konsequenten Anziehen der Zinsschraube in Reaktion auf die wachsende Konjunktur diese Krise provoziert haben, stellen nun noch mehr Liquidität zur Verfügung, um den Banken aus der eigenverschuldeten Liquiditätsklemme zu helfen, die Banken wiederum werden in der Vergabe ihrer Kredite so restriktiv, so vorsichtig, dass sie die Wirtschaft brutal abbremsen, auf diese Weise die akute Angst vor Rezession (Negativwachstum) noch schüren.

Die Banken geben die Liquidität der Notenbanken nicht weiter. Die Notenbanken stecken nun in der Klemme, sind sie auf der einen Seite Hüter der Inflation (Verteuerung), steuern sie auf der anderen Seite doch auch das Wirtschaftswachstum und die Geldmenge… Eine schier unlösbare Aufgabe. Mit Mengentendern wird den Banken (in Europa) kurzfristig Liquidität zur Verfügung gestellt, die Zinsschraube traut man sich angesichts der Angst vor einer Rezession nicht zu drehen, also belässt man zumindest in Europa die Zinsen dort, wo sie sind. In den USA, wo die Krise ihren Ursprung nahm, reagiert man tatsächlich hektisch mit Zinssenkungen, die man mit großer Wahrscheinlichkeit in diesem Jahr wieder zurücknehmen muss, sobald man erkennen kann, dass die Wirtschaft nicht schrumpft.

Schaut man sich letztendlich dieses Jahr 2007 – siehe unten einmal an, so stellt man fest, dass trotz der Subprimekrise ein ordentliches Plus herausgekommen ist. Wer mich kennt, der weiß, dass in jeder Krise eine ordentliche Chance ruht: Mittelfristig wird diese Krise bewältigt werden. Je schneller die Zinsen wieder ihre alte Richtung nach oben aufnehmen, umso näher ist man an der Lösung und am Ende dieser Störung. Wer über Liquidität verfügt, der nutzt die Gunst der Stunde und positioniert sich!

Bedenkt man zudem die zum 01.01.2009 in Deutschland kommende Abgeltungssteuer (25% plus Solidaritätszuschlag plus Kirchensteuer), so heißt es ohnehin, das Portefeuille langfristig auszurichten und wetterfest zu machen! Die gemeine Lösung ist hier der Dachfonds, also der Fonds, der in Fonds investiert und der reagieren kann, ohne das realisierte Gewinne sofort von der Abgeltungssteuer aufgefressen werden: Der Dachfonds als sogenanntes Kerninvestment („core“), um den die Satelliteninvestments („satellites“) herum gruppiert werden.

Die Indexschlussstände

31.12.200631.12.2007SaldoHoch 2007Tief 2007
Deutscher Aktienindex DAX®6.596,928.067,32+23,29%8.105,696.447,70
VDAX13,8516,36+18,12%27,2312,32
TecDax748,32974,19+30,18%1.043,84735,45
Dow Jones Eurostoxx 504.119,944.404,64+6,91%4.572,823.906,15
Dow Jones Industrial12.463,1513.264,82+6,43%14.164,5312.050,41
Nasdaq Composite2.415,292.652,28+9,81%2.859,122.340,68
Nikkei17.225,8315.307,78-11,13%18.300,3914.837,66

Also wieder einmal: Viel Spaß weiterhin beim Geldverdienen

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(BERND SCHMIDT)

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