Seit der Tiefstände im März 2003 ging es nahezu in einem Zug nach oben, echte Korrekturen gab es nicht, der Markt nahm nun im zurückliegenden Quartal die Börsenweisheit „Sell in may and go away“, frei übersetzt „Verkaufe im Mai und verabschiede Dich“, zum Anlass – so schien es zumindest, erst einmal Kasse zu machen! Die 200TageLinie wurde getestet, man sprach schon von einer Rückkehr zum neuen BaisseTrend (Abwärtstrend), der ja bekanntermaßen von März 2000 36 Monate andauerte. Die zittrigen Hände, die bereits wieder an die beste Welt aller Welten glaubten und das schnelle Geld witterten, zum Teil auch machten, wurden nun wieder aus dem Markt getrieben, so zeigt diese Korrektur auch ihre heilende Wirkung.
Sicherlich hat diese Korrektur in erster Linie den Investierten 10% und mehr des Kapitals gekostet, den (noch) Nichtinvestierten aber bietet diese kurze Abwärtsbewegung die Chance man findet Vergleiche zu März 2003- zu gemäßigten Kursen einzusteigen. Diese etwas schwierige Zeit wird aller Voraussicht bis in den September hinein andauern. Der Herbst führt saisonbedingt oft zu Kursverlusten, er wird aber diese Korrektur zeitlich begrenzen. Eine Seitwärtsbewegung bis in diese Zeit hinein wird somit sehr wahrscheinlich.
Die vorzuschlagende Strategie zum jetzigen Zeitpunkt: wer sich glücklich schätzen kann, über freies Anlagekapital zu verfügen, wird die erste Hälfte zum jetzigen Niveau investieren und die zweite Hälfte trocken halten, um gegebenenfalls billiger als zum heutigen Zeitpunkt nachkaufen zu können. Sollte sich das heutige Niveau zu Beginn des III. Quartals allerdings als das Jahrestief herausstellen, so freue man sich, das man nun gekauft habe und investiere einfach die zweite Hälfte spätestens Ende September, denn somit ist der Aufwärtstrend seit März 2003 intakt und führt aller Voraussicht nach wie so oft schon geschrieben – auf die alten historischen Höchststände. Im Deutschen Aktienindex DAX® beispielsweise über 8.000 Punkte (DM). Der zeitliche Anlagehorizont erstreckt sich somit bis 2009/2010.
Wer übrigens im Mai nicht ausgestiegen ist, der sollte sich von den mittlerweile nervös gewordenen Marktteilnehmern bitte NICHT anstecken lassen, denn Unruhe oder Panik hat noch nie geholfen, eine rationale Entscheidung zu fällen. Das Abwärtspotential beträgt nunmehr gegebenenfalls noch 10%. Die Gefahr, dass der Markt aber wegläuft und man dann nicht mehr dabei ist und gegebenenfalls teurer zurückkaufen wird, ist um vielfaches höher anzusiedeln! Deshalb Ruhe bewahren und gekühlten grünen Tee trinken, der Sommer wird noch lang und heiß! Am Rande: Die Arbeit mit StopLossMarken ist in dieser Situation besonders gefährlich…
Ein zweiter wichtiger Trend muss hier dokumentiert werden: Wachstumswerte sind seit dem Jahr 2000 erstmalig wieder salonfähig geworden und ein seriöses (!) Investment wert! Werden Substanzwerte („Value“) in der ersten Hälfte der Aufwärtsbewegung gesucht, sind es in der zweiten Hälfte eher die Wachstumswerte („Growth“). Hier gilt es also die Portfolios zu durchforsten, entsprechend zu tauschen bzw. Neuengagements danach auszurichten!!!
Die Indexschlussstände
| 31.12.2005 | 30.06.2006 | Saldo | Hoch 2006 | Tief 2006 | |
| Deutscher Aktienindex DAX® | 5.458,58 | 5.683,31 | +4,12% | 6.162,37 | 5.243,71 |
| VDAX | 14,12 | 16,89 | +19,62% | 25,41 | 10,99 |
| TecDax | 596,50 | 652,15 | +9,33% | 769,41 | 578,30 |
| Dow Jones Eurostoxx 50 | 3.616,33 | 3.648,92 | +0,90% | 3.894,60 | 3.379,66 |
| Dow Jones Industrial | 10.784,82 | 11.150,22 | +3,39% | 11.670,19 | 10.661,15 |
| Nasdaq Composite | 2.218,16 | 2.172,09 | -2,08% | 2.375,54 | 2.065,11 |
| Nikkei | 16.344,20 | 15.505,18 | -5,13% | 17.563,37 | 14.053,48 |
P.S.: Wer an Deutschland und die neu gewonnene Kraft dank Jürgen Klinsmann und seiner Nationalelf glaubt, schaut sich die Deutschland Fonds einmal näher an, besonders diejenigen, wo „Wachstum“ draufsteht…