Stellen Sie sich folgendes Bild vor: Der Börsenzug ist bereits abgefahren, der Kleinanleger steht noch auf dem Bahnsteig!
Der Grund sowohl für die Zurückhaltung bei Aktien und als auch den inneren Zugzwang nach Sicherheit in Anleihen / Rentenpapiere hinein ist vollkommen klar: Angst!!! Noch nie floss in einem derart kurzen Zeitraum so viel Kapital in den sicheren Hafen (Anleihen), gleichzeitig wurden Bestände in Aktien weiterhin in großem Stil abgebaut. Mit Vernunft hat diese Entwicklung bzw. dieses Phänomen allerdings nichts zu tun!!! Wie bereits im Quartalsbericht (QB) I. 2005 angedeutet droht hier der Kollaps, das Platzen dieser Rentenblase, auch wenn gerade in der zu Ende gehenden Woche wieder neue Tiefstände bei den Renditen markiert wurden !!!
Allerdings hat man mit Angst noch nie irgendetwas in die richtige Richtung bewegen können, zumindest an der Börse nicht. Belohnt wurden diejenigen, die gegen die landläufige Meinung gehandelt haben und handeln: Natürlich ist es ein an Größenwahn anmutender Irrsinn, genau dann zu kaufen, wenn alle Angst haben. Jedoch ist genau dieses Handeln gegen den Herdentrieb das Rezept, um Geld an den Märkten dieser Welt bzw. vor der eigenen Haustür zu verdienen (Siehe P.S.) !!!
Das oben gezeichnete Bild bedeutet für Sie zu erkennen, dass die Angst immer noch um sich greift, erst allmählich wird das Gros der Anleger wieder mutiger werden, zu tief steckt noch das Gefühl der Verluste aus den Jahren zu Beginn dieses neuen Jahrtausends in den Knochen… Man wird den steigenden Kursen hinterher schauen, bis man irgendwann die Geduld verlieren wird, um auf einem Niveau denselben Fehler wie zuvor zu begehen: Zu hohen oder Höchstkursen einzusteigen! Anstatt jetzt die Angst zu überwinden! Dann ist es die Angst, nicht dabei zu sein, etwas zu verpassen!!!
HANDELSBLATT Finanzzeitung 23.06.2005 „…Der Markt ist von technischen Einflussfaktoren bestimmt, aus dem fundamentalen Umfeld gibt es keine neuen Erkenntnisse“ sagte Christian Schmidt von Helaba Floor Research. Viele Anleger seien beim aktuellen Hoch nicht dabei, weil sie kaum Aktien halten. „Für sie wird die Not bei jedem weiteren Anstieg größer. Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf ist deutlich zu spüren“, sagte Schmidt.“
weekly NEW INVESTOR vom 24.06.2005, Verlagsgruppe HANDELSBLATT: „KEIN MUT ZUR AKTIE Die Stimmung unter Deutschlands Beratern ist trübe. Dabei geben die Börsendaten Anlass zur Hoffnung.“
Wichtig: Damit die Kurse weiter stiegen können, dürfen auch noch nicht alle investiert sein, denn es muß ja immer noch Anleger geben, die kaufen können… WICHTIG: Ohne die warnenden bzw. ängstlichen Stimmen müsste man darüber nachdenken, auszusteigen…
Dieses Szenario ist sehr, sehr typisch für den aktuellen Börsenzyklus. Wir befinden uns in der Übergangsphase von der Angst zum vorsichtigen Optimismus…
Die Indexschlussstände
| 31.12.2004 | 30.06.2005 | Saldo | Hoch 2005 | Tief 2005 | |
| Deutscher Aktienindex DAX® | 4.256,08 | 4.586,28 | +9,28% | 4.637,34 | 4.157,51 |
| VDAX | 13,68 | 11,24 | -17,83% | 17,51 | 10,90 |
| TecDax | 519,99 | 548,84 | +5,55% | 550,55 | 495,64 |
| Dow Jones Eurostoxx 50 | 2.951,24 | 3.181,54 | +7,80% | 3.198,89 | 2.559,88 |
| Dow Jones Industrial | 10.800,30 | 10.274,97 | -4,86% | 10.984,46 | 10.000,46 |
| Nasdaq Composite | 2.175,44 | 2.059,96 | -3,31% | 2.191,60 | 1.889,83 |
| Nikkei | 11.488,76 | 11.584,01 | +0,83% | 11.975,46 | 10.770,5 |