Am Scheideweg zwischen Euphorie und Unsicherheit

2024
Quartal III
Bernd Schmidt
Von Bernd Schmidt
Diana Gotzmer
Geprüft Diana Gotzmer
Aktualisiert: 13. Oktober 2025
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Einerseits haben viele große Indizes wie der DAX® und der S&P 500 neue Höchststände erreicht, andererseits bleibt das Umfeld durch steigende Zinsen, geopolitische Risiken vor dem Hintergrund einer drohenden Rezession fragil. Die Stimmung ist optimistisch, aber zu Recht angespannt.

Aktienmärkte: Breite Diversifikation

Während Technologiewerte wie die „Magnificent Seven“ (Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Tesla, Nvidia) weiterhin im Fokus stehen, beginnt sich der Markt endlich breiter aufzustellen. Kapital fließt vermehrt in kleinere Indizes wie den Russell 2000, was die Marktbreite deutlich verbessert. Diese Entwicklung führt zu einer besseren Risikostreuung. Deshalb bietet es sich an, die Gewichtung in Small- und Mid-Cap-Aktien zu erhöhen, um von der steigenden Marktbreite zu profitieren.

Anleihemärkte: Abwarten und beobachten

Die Anleihemärkte haben in den letzten Monaten an Stabilität gewonnen, da die Aussicht auf weiter steigende Zinsen nachgelassen hat. Insbesondere die US-Staatsanleihen sind bei einer Rendite von 3,8 % gut positioniert. Allerdings sind die langfristigen Trends bei den Zinsen weiterhin nach oben gerichtet, was auf eine strukturelle Neuorientierung hindeutet. Hier lautet die Devise, bestehende Anleihepositionen zu halten, neue Käufe aber zu vermeiden, bis sich die Zinslage weiter klärt.

Cash und Gold: Ihre Sicherheitsanker

„Cash is King“ bleibt weiterhin eine bewährte Devise. Angesichts der hohen Volatilität ist es sinnvoll, eine Cashquote von 20-25% zu halten. Zudem kaufen die Notenbanken weltweit weiterhin Gold in großen Mengen, was dessen Rolle als Inflationsschutz stärkt. Es schadet daher also nicht Positionen in physischem Gold zu haben bzw. Mandate zu wählen, die Gold physisch beimischen, um sich gegen potenzielle Marktturbulenzen abzusichern.

Übertreibungen im Technologiesektor

Obwohl die fundamentale Stärke von Tech-Giganten wie Nvidia und Co. beeindruckend ist, zeigen sich erste Ermüdungserscheinungen. Die Wachstumsraten beginnen sich zu normalisieren, und das Potenzial für Rücksetzer steigt. Es bietet sich hier also durchaus an, Gewinne mitzunehmen und auf unterbewertete Substanzwerte wie Rohstoff- und Energietitel oder Infrastruktur umzuschichten.

Rohstoffe und Energie: Profitieren von Knappheitspreisen

Der globale Protektionismus hat zu strukturellen Angebotsengpässen bei Rohstoffen geführt. Öl- und Gasunternehmen sowie Rohstofftitel profitieren von den anhaltenden Knappheitspreisen. Deshalb gern einen Teil im Portfolio verwenden, um auf Unternehmen mit starken Margen und einer soliden Dividendenpolitik in diesen Bereichen zu setzen.

Politische Risiken: Der Druck auf die Zentralbanken wächst

Mit den bevorstehenden Wahlen in den USA und der Unsicherheit in Europa steigt das politische Risiko deutlich. Da die Inflationsraten weiterhin – über den Zielmarken liegen und die wirtschaftliche Dynamik nachlässt, müssen die Zentralbanken eine Gratwanderung zwischen Zinserhöhungen und politischem Druck meistern. In diesem Umfeld empfehlen sich daher defensive Mandate, die auch in unsicheren Zeiten stabile Erträge liefern.

Vorbereitet sein

Die Entscheidung, ob die (Welt-) Wirtschaft ein sogenanntes Soft-Landing oder doch in eine Rezession erlebt, ist noch nicht gefallen. Es bietet sich daher an, die Zeit bis Jahresende zu nutzen, um das eigene Portfolio sorgfältig zu überprüfen und auf mögliche Marktverwerfungen vorzubereiten, ggf. auch abzusichern, insofern noch nicht geschehen!

Fazit

Die Märkte bieten weiterhin Chancen. Selektives Vorgehen ist entscheidend. Eine breite Diversifikation, eine solide Cashposition und eine starke Fokussierung auf Sachwerte wie Gold, Rohstoffe und Infrastruktur wird helfen, durch die kommenden Monate sicher zu navigieren. Kryptowährungen etablieren sich als eigene Asset-Klasse und laden ein zur professionellen Beimischung.

Die Schlussstände

31.12.202330.09.2024Saldo52 Wochenhoch52 Wochentief
DAX® (Performance)16.750,3919.380,52+15,70%19.486,6014.606,20
DAX® (Kurs)6.828,857.424,11+8,72%7.488,275.789,37
VDAX-NEW®13,531716,502+21,95%35,028411,3478
TecDax®3.337,413.413,34+2,28%3.490,442.788,38
FTSE 100 Index7.735,31848.256,5512+6,74%8.474,906.656,94
Dow Jones Eurostoxx 504.532,68365.013,9268+10,62%5.122,853.987,80
Dow Jones Industrial37.707,7642.305,6488+12,19%42.640,8032.331,30
Nasdaq 10016.897,80320.042,5716+18,61%20.747,9014.062,60
Nikkei 22525.897,79938.085,0883+47,06%42.508,8030.180,40
MSCI EM®960,58671.175,9816+22,42%1.201,64902,908
REXP®432,5306456,7553+5,60%456,7553427,56
Ölpreis (Brent) in US$83,024871,78-13,54%93,763168,964
€/US$1,06561,1133+4,48%1,11911,0449
Gold US$/Oz Bid1.820,43692.630,7721+44,51%2.684,961.810,75
Bitcoin in €38.059,810256.832,4059+49,32%67.331,984318.933,8672
S&P Global Infra. Index2.657,973.110,74+17,03%3.118,892.308,87
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Verstehe ich gut. Die Finanzbranche hat einen schlechten Ruf . Aber ich bin Vermögens-Architekt, kein Produkt-Verkäufer . Unser erstes Telefonat ist keine Verkaufs-Show, sondern eine reine Diagnose . Wir schauen erst auf den Menschen, dann auf den Markt. Wenn die Chemie nicht stimmt, legen wir auf. Keine Kosten, kein Druck.