In den letzten Tagen des gerade zu Ende gegangenen Quartals, wurde die Strategie der wichtigsten Zentralbank, der FED, offensichtlich bzw. ausdrücklich bestätigt. Die Zinsen (weiter) hoch zu halten, um die Inflation (weiter) zu senken. Dieses Bewusstsein führte aber dennoch zu Irritationen, da der Markt mit nachlassender Inflation auch eine baldige Zinswende erwartete. Offensichtlich reicht das aktuelle Inflationsniveau nicht aus, um die bereits erfolgten massiven Zinsanpassungen nicht nur zu stoppen, sondern auch wieder zurück zu nehmen, also die Zinsen wieder zu senken.
Die Bremsspuren ausgelöst durch diese massiven Zinsanhebungen kommen nun allmählich in der Realwirtschaft an. Insbesondere in der Immobilien- bzw. Bauwirtschaft, die noch unter dem Schock der maroden Lieferketten und des Handwerkernotstands stehen, die nun aber auch unter a) politisch bedingter Planungsunsicherheit und b) den gestiegenen Darlehenszinsen leidet. Außerdem flaut die durch die Pandemie aufgestaute allgemeine (Konsum-)Nachfrage weltweit langsam ab.
Folglich: Eine Rezession, die in den USA zwischenzeitlich abgesagt wurde, scheint laut JP MORGAN ASSET MANAGEMENT nun doch möglich. Nicht nur in den USA. Die Zentralbanken weltweit würgen wie bereits an dieser Stelle festgehalten – die Konjunktur bewusst ab, um darüber die Inflation wieder einzufangen. Erst dann, wenn sich die Volkswirtschaften merklich abkühlen und dementsprechend die Inflation nachhaltig eingefangen sein wird, wird wieder mit einem Stimulus via sinkender Zinsniveaus zu rechnen sein. Willkommen zurück in der normalen Welt.
Während in Deutschland gerade zum Quartalsende gemeldet wurde, dass die Immobilienpreise hierzulande um 9,97 % gesunken sind, zeigen sich die Immobilienpreise für Häuser in den USA baumstark nach dem Einbruch in 2022 mittlerweile wieder auf Höchststand (US-Hauspreisindex Quelle: Börsenzeitung). Trotz bzw. aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus, da das Zinsniveau die Neubautätigkeit allmählich bei hoher Nachfrage nach Eigenheimen auszubremsen beginnt. Der zum Verkauf stehende Bestand neuer und bestehender Wohnimmobilien in den USA ist saisonbereinigt auf dem tiefsten Niveau seit mindestens ca. vierzig Jahren (Quelle: JPMORGAN ASSET MANAGEMENT Guide to the Markets 30.06.2023 – Beginn der Statistik: 1983). Auch wenn Insider noch nicht das Ende des Preisverfalls in Deutschland voraussagen, kann möglicherweise der Blick über den Atlantik in die USA ein Fingerzeig für die Entwicklung der Asset-Klasse Immobilie auch in Europa respektive in Deutschland sein.
Fazit im Augenblick, in dem das Wissen um nicht so bald wieder niedrigere Zinsen eingepreist wird:
Den aktuellen Rücksetzer für (Nach) Käufe nutzen, denn Unternehmen werden sich auf das Zinsniveau einstellen und weiter Geld verdienen. Das ist historisch belegt – bestes Szenario für Risiko-Anlagen. Schwerpunkt: Value und Dividende. Beigemischt: Ausgesuchte Schwellenländer!
Die Schlussstände
| 31.12.2022 | 30.09.2023 | Saldo | 52 Wochenhoch | 52 Wochentief | |
| DAX® (Performance) | 13.930,88 | 15.343,40 | +10,14% | 16.524,10 | 11.889,70 |
| DAX® (Kurs) | 5.692,03 | 6.088,67 | +6,97% | 6.540,60 | 4.864,03 |
| VDAX-NEW® | 20,5681 | 16,5781 | -19,40% | 32,84 | 12,6798 |
| TecDax® | 2.921,12 | 3.019,78 | +3,38% | 3.350,46 | 2.588,59 |
| FTSE 100 Index | 7.458,5513 | 7.582,8354 | +1,67% | 8.046,18 | 6.714,10 |
| Dow Jones Eurostoxx 50 | 3.805,7463 | 4.162,9966 | +9,39% | 4.492,90 | 3.256,50 |
| Dow Jones Industrial | 33.094,203 | 33.496,414 | +1,22% | 35.694,90 | 28.636,60 |
| Nasdaq 100 | 10.848,352 | 14.715,319 | +35,65% | 15.927,80 | 10.446,30 |
| Nikkei 225 | 25.897,799 | 31.842,156 | +22,95% | 34.007,50 | 25.135,80 |
| MSCI EM® | 960,5867 | 947,365 | -1,38% | 1.071,10 | 834,085 |
| REXP® | 432,5306 | 428,861 | -0,85% | 445,24 | 424,731 |
| Ölpreis (Brent) in US$ | 83,0248 | 92,2457 | +11,11% | 99,5741 | 70,1352 |
| €/US$ | 1,0656 | 1,0572 | -0,79% | 1,1275 | 0,9637 |
| Gold US$/Oz Bid | 1.820,4369 | 1.848,3148 | +1,53% | 2.059,05 | 1.617,13 |
| Bitcoin in € | 15.424,45 | 25.507,39 | +65,37% | 28.548,9339 | 15.394,9272 |
| S&P Global Infra. Index | 2.657,97 | 2.476,08 | -6,84% | 2.828,73 | 2.306,38 |