Die Stimmung in Wirtschaft und Bevölkerung war im I. Quartal bereits unterirdisch dramatisch schlecht. Mittlerweile weiß man auch, warum und kann sehr genau benennen, warum wir uns so fühlen:
- Die Inflation ist neben dem Ukraine-Krieg, an den wir uns alle bereits – im friedlichen Resteuropa – zu gewöhnen beginnen, das allbeherrschende Thema. Der Russland-Konflikt, auch wenn er gerade etwas aus unserem Bewusstsein kippt, ist allerdings aufgrund der explodierenden Energiepreise hauptsächlich der Treiber der Inflation. Nicht zu vergessen: Die Corona-Krise, die sich aktuell gerade im II. Quartal mit einem sehr harten Lockdown in China verschärfte und noch einmal präsent war, hat die Lieferketten unterbrochen und uns die Abhängigkeit, in die wir uns in den letzten Jahrzehnten begeben haben, vor Augen geführt. Neben der Energieabhängigkeit von russischem Öl und Gas. Die logische Folge: Europa bricht auf, wieder in Europa zu produzieren. Allerdings zu anderen Kosten als in Asien. Preise werden deshalb nicht weniger, sondern eher deutlicher steigen.
- Die Angst, dass Putin uns den Gashahn zudreht, wie er es in einigen osteuropäischen Ländern bereits zur Abschreckung praktiziert hat. Gas als Waffe gegen Europa. Die logische Folge: Europa bricht auf, sich von den fossilen Brennstoffen abzunabeln.
- Drohende Rezession aufgrund kaputter Lieferketten, Inflation, schlechter Stimmung, nicht zu vergessen: fehlendem Personal, das in der C-Krise abgebaut wurde (Kneipen, Cafe’s, Flugverkehr), einer Bauwirtschaft, die zwar volle Auftragsbücher, aber kaum Material hat (und wenn, dann zu völlig überhöhten Preisen), um den Aufträgen nachzukommen, exorbitante Planungsunsicherheit verursacht, so dass Projekte einfach nicht mehr realisiert werden.
Putin, der trotz harter Sanktionen, seinen Krieg mit dem Verkauf seines Öls und Gases finanziert, wirkt in dieser Situation als Brandbeschleuniger in der Klimawende, die in den letzten Jahren äußerst halbherzig geführt wurde. Selbst die Flut im Ahrtal, die sich gerade gejährt hat, hat nicht zu einem klaren Aufbruch, geführt. Obwohl Deutschland mit Robert Habeck einen grünen Vize-Kanzler hat und die neue Ampelkoalition mit sehr viel Hoffnung gestartet ist, um die verlorenen Jahre unter Merkel hinter sich zu lassen, tut sich die amtierende Regierung schwer, Politik entsprechend zu gestalten. Obwohl die Aufgaben so klar auf dem Tisch sind, steht zu befürchten, dass wieder vier Jahre ungenutzt verstreichen, ohne klare Akzente des offensichtlich Notwendigen zu setzen (die 3 D): Dekarbonisierung – Deglobalisierung – Digitalisierung
Fazit:
Es fällt schwer, dem Ukraine-Krieg etwas halbwegs Positives abzuringen, insbesondere, wenn Menschen sterben. Putin erreicht, was er nicht möchte, so auch mit Sicherheit nicht erwarten konnte:
- Europa fängt an, mit einer Stimme zu sprechen, fängt an, der Ukraine zu helfen und die Klimawende voranzutreiben! (Stichworte: Green Deal, Green Bonds)
- Die Dekarbonisierung, also das Unabhängigmachen von fossilen Brennstoffen, wird ein harter und preistreibender Prozess. Putin beschleunigt ihn. Gut für’s Klima! Es wird deutlich schneller kein Öl oder Gas mehr benutzt werden, um Energie zu haben! (Dekarbonisierung)
- Putin gegen den Rest der Welt. Russland isoliert sich, findet in China sehr wahrscheinlich einen neuen Verbündeten. Auf diese Weise wird diese neue Mauerbildung unseren Prozess, wieder in heimischen Gefilden zu „jagen“ und zu produzieren, ebenso beschleunigt (Deglobalisierung)
Aussicht:
Zwei Quartale Wirtschaftsabschwung = Rezession, bedeuten Tiefstand / Boden an den Börsen. Dann ist es Zeit, die Liquidität, die wir im I. Halbjahr 2022 aufgebaut haben, wieder stringent zu investieren! Bis dahin retten wir BITTE das Klima, indem wir regenerative Kraftwerke in Asien bauen und dort rigoros CO2 einsparen. Wir haben „nur“ das eine Klima!
Die Schlussstände
| 31.12.2021 | 30.06.2022 | Saldo | 52 Wochenhoch | 52 Wochentief | |
| DAX® (Performance) | 15.870,96 | 12.815,33 | -19,25% | 16.289,00 | 12.431,10 |
| DAX® (Kurs) | 6.709,66 | 5.230,21 | -22,05% | 6.883,35 | 5.162,66 |
| VDAX-NEW® | 24,7322 | 29,7849 | +20,43% | 48,619 | 14,9979 |
| TecDax® | 3.920,17 | 2.885,62 | -26,39% | 4.010,04 | 2.775,90 |
| FTSE 100 Index | 7.387,648 | 7.202,998 | -2,50% | 7.688,32 | 6.801,19 |
| Dow Jones Eurostoxx 50 | 4.298,41 | 3.469,6462 | -19,28% | 4.416,22 | 3.392,14 |
| Dow Jones Industrial | 36.416,293 | 30.789,479 | -15,45% | 36.945,20 | 29.680,60 |
| Nasdaq 100 | 16.440,31 | 11.494,40 | -30,08% | 16.768,40 | 11.046,10 |
| Nikkei 225 | 28.895,05 | 26.396,076 | -8,65% | 30.784,40 | 24.545,00 |
| MSCI EM® | 1.232,01 | 1.000,67 | -18,78% | 1.374,64 | 987,82 |
| REXP® | 490,7691 | 450,5516 | -8,19% | 499,706 | 445,087 |
| Ölpreis (Brent) in US$ | 79,1282 | 109,2428 | +38,06% | 133,056 | 65,0597 |
| €/US$ | 1,1319 | 1,0479 | -7,42% | 1,1909 | 1,0352 |
| Gold US$/Oz Bid | 1.817,1431 | 1.807,8934 | -0,51% | 2.069,36 | 1.718,73 |
| Bitcoin in € | 41.566,449 | 19.210,9949 | -53,78% | 59.900,4883 | 18.122,9240 |
| TL Infrastructure Income Fund | 811,11 | 816,51 | +0,67% | 817,65 | 775,77 |