Wie sich die Zeiten ähneln. Mit dem Wahlsieg Donald John Trumps zum 45. US-Präsidenten gingen die Zinsen noch einmal auf Tauchstation. Als Joseph Robinette Biden, Jr. am 20. Januar 2021 die Amtsgeschäfte als 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika übernahm, waren die Begleitmusik steigende Zinsen. In beiden Fällen fanden diese Veränderungen am Anleihemarkt statt, es war also nicht Jerome Hayden Powell, amtierender Präsident der US-Notenbank FEDERAL RESERVE (Fed), der eine Anpassung des Leitzinssatzes vornahm. In der Regel ist es ohnehin so, dass der Markt, an dem Risiken und Chancen eingepreist werden, letztendlich den Takt der Musik vorgibt, welche die Fed später spielt.
Jerome Hayden Powell kommentiert die Geschwindigkeit, mit der die US-Wirtschaft Richtung Normalität zieht, als außerordentlich bzw. schneller als erwartet! Einher geht damit die schwindende Erwartung an weiterhin und dauerhaft niedriges Zinsniveau. Mit den steigenden Zinsnotierungen wird genau das Risiko einer schwierigen bzw. schwachen US-Konjunktur ausgepreist und eine heiß laufende Konjunktur eingepreist, die mit steigenden Notenbankzinsschritten ausgebremst werden muss.
Die Situation bei Festverzinslichen Wertpapieren, die sich immer am aktuellen fairen Kapitalmarktzins orientiert, erinnert mit der Pleite der Bremer GREENSILL BANK AG im März 2021 an die Entwicklung in der Finanzkrise 2007/2008, die in der Pleite der US-amerikanische Investmentbank LEHMANN gipfelte. Sie erinnert damals wie heute an die Not von Vermögensverwaltern, in einer Zeit von negativen Zinssätzen festverzinslich investieren zu müssen, trotzdem aber positive Erträge zu erzielen, um Zahlungsverpflichtungen wie Pensionen nachzukommen oder in der heutigen Strafzinswelt – „nur das Kapital zu erhalten:
Deutsche Banken reduzierten im März flächendeckend die Grenze, ab der sie sogenannte Verwahrentgelte (im Volksmund Straf- oder Negativzinsen) berechnen, zum Teil von 500.000 € auf 50.000 €. Mittlerweile nehmen 420 Banken und Sparkassen Negativzinsen auf Guthaben (Stand 29.03.2021 https://www.biallo.de/geldanlage/ratgeber/so-vermeiden-sie-negativzinsen). Vermögensverwalter, aber auch Unternehmen, die Liquidität allein benötigen, um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten, suchen händeringend nach sicheren Alternativen, um planbare Erträge zu erhalten.
Fazit:
In den USA sind die Zinsen am Anleihenmarkt bereits auf 1,78% gestiegen. Die Markterwartungen über 2 % dürften früher als erwartet übertroffen werden. Wie die Welt damit lernt umzugehen, bleibt genau zu beobachten. Also: Bleiben wir wachsam („Gewehr bei Fuß“!) und konzentriert! Und: Aktienmärkte steigen auch mit steigenden Zinsen, da sie ein Indikator für eine gut laufende Konjunktur sind. Wichtig ist – wie im richtigen Leben das Maß…
Die Schlussstände
| 31.12.2020 | 31.03.2021 | Saldo | 52 Wochenhoch | 52 Wochentief | |
| DAX® (Performance) | 13.717,78 | 15.044,31 | +9,67% | 15.046,12 | 9.473,64 |
| DAX® (Kurs) | 5.935,22 | 6.473,46 | +9,07% | 6.481,29 | 4.209,97 |
| VDAX-NEW | 24,7322 | 19,0674 | -22,90% | 52,099 | 18,1185 |
| TecDax | 3.212,77 | 3.395,04 | +5,67% | 3.606,20 | 2.554,27 |
| Dow Jones Eurostoxx 50 | 3.556,054 | 3.927,224 | +10,44% | 3.936,051 | 2.644,72 |
| Dow Jones Industrial | 30.403,96 | 33.024,676 | +8,62% | 33.167,24 | 20.913,90 |
| Nasdaq 100 | 12.858,914 | 13.104,216 | +1,91% | 13.169,714 | 7.446,13 |
| Nikkei 225 | 27.496,303 | 29.378,613 | +6,85% | 30.618,00 | 17.016,60 |
| REXP® | 499,2266 | 493,727 | -1,10% | 501,539 | 492,656 |
| Ölpreis (Brent) in US$ | 51,474 | 62,9506 | +22,30% | 70,8428 | 20,985 |
| €/US$ | 1,2292 | 1,1726 | -4,60% | 1,2349 | 1,0727 |
| Gold US$/Oz Bid | 1.897,70 | 1.707,705 | -10,01% | 2.069,22 | 1.606,93 |
| Bitcoin in € | 23.747,71 | 50.051,06 | +110,76% | 51.570,5898 | 5.992,4902 |