
Während die Welt den Atem anhält und den steigenden Infiziertenzahlen zuschaut, die Politik Maßnahmen mit Augenmaß beschließt, um einen zweiten Lockdown tunlichst zu vermeiden und die Kapitalmärkte weltweit versuchen, diese prekäre Situation angemessen einzupreisen, ist der Blick dabei üblicherweise nicht allein mehr auf 2020 verhaftet, sondern perspektivisch bereits auf 2021 gerichtet. Bis dahin geht man davon aus, dass das Wettrennen um einen Impfstoff gewonnen worden ist und das Kapitel C-Krise damit Geschichte und abgeschlossen ist. Die Welt sehnt sich nichts mehr als die Normalität zurück! Die Welt ist sich einig, dass die Welt danach eine andere sein wird.
STATISTA spiegelt in der Grafik oben die Wachstumserwartungen für das kommende Jahr und liefert die Begründung, warum die Aktienmärkte mittlerweile lediglich nur noch knapp unter den historischen Höchstständen aus Mitte Februar diesen Jahres notieren.
Das Projekt EUROPA oder Eine Essenz der C-Krise:
Mit den EU-Beschlüssen zum Corona-Rettungspaket wurde ein Schlussstrich unter die Finanzkrise von 2011 gezogen und die Entwicklung des Euro zur dauerhaften Währung vollendet. Mit den kommenden Emissionen der EU-Anleihen ist die Solvenz einzelner Euro-Staaten nicht mehr in Frage zu stellen und ein Austritt eines teilnehmenden Landes stellt keine Gefahr mehr dar. Damit entfallen zwei der größten Risiken, die die europäischen Börsen seit gut 10 Jahren belasteten.
Die zugrunde liegende Logik ist den meisten nicht bewusst. Die Deutschen sind dabei die größten Gewinner, aber keiner sagt es ihnen. Die Aufwertung, die Europa dadurch erhält, ist kaum zu überschätzen. Europa ist aus Sicht der Finanzmärkte das, was vor 23 Jahren versprochen wurde. Die Aufwertung des Euro in den letzten Wochen ist deswegen eine Trendwende mit weitreichenden positiven Folgen für die europäischen und vor allem deutschen Aktienmärkte. Diese Interpretation werden Sie in der deutschen Wirtschaftspresse vergeblich suchen. Sie bleibt in ihrer herablassenden Skepsis gegenüber den Euro-Staaten verhaftet. Die internationale Presse sieht es richtig und auch besser.“ Quelle: Promotion- Email 05.10.2020 12h44 zur Buchbestellmöglichkeit, „Der rote Faden“ von Daniel A. Bernecker – Gekauft!
Fazit:
Kurzfristig bestimmen die US-Wahl am 03. November 2020 und der Umgang mit der sogenannte 2. Welle in der C-Krise das Kursgeschehen. Die Märkte preisen allerdings die vermeintliche Faktenlage in sechs bis neun Monaten ein, siehe auch die Prognosen des IWF. Diese Einschätzungen sind erfahrungsgemäß zu vorsichtig.
Die Schlussstände
| 31.12.2019 | 30.09.2020 | Saldo | 52 Wochenhoch | 52 Wochentief | |
| DAX® (Performance) | 13.249,01 | 12.760,73 | -3,69% | 13.795,20 | 8.255,65 |
| DAX® (Kurs) | 5.909,66 | 5.528,17 | -6,46% | 6.136,98 | 3.669,81 |
| VDAX-NEW | 14,17 | 27,2512 | +92,32% | 93,3026 | 11,5689 |
| TecDax | 3.014,94 | 3.070,25 | +1,83% | 3.302,94 | 2.128,29 |
| Dow Jones Eurostoxx 50 | 3.745,15 | 3.190,964 | -14,80% | 3.865,26 | 2.278,26 |
| Dow Jones Industrial | 28.454,01 | 27.794,60 | -2,32% | 29.562,90 | 18.228,40 |
| Nasdaq 100 | 8.711,308 | 11.421,598 | +31,11% | 10.308,50 | 6.773,96 |
| Nikkei 225 | 23.482,037 | 23.300,968 | -0,77% | 24.203,10 | 16.181,90 |
| REXPO | 493,2244 | 499,334 | +1,24% | 521,70 | 492,555 |
| Ölpreis (Brent) in US$ | 66,03 | 41,80 | -36,70% | 68,91 | -37,60 |
| €/US$ | 1,1187 | 1,1721 | +4,77% | 1,2003 | 1,0638 |