Historische Gelegenheit- Erster Crash seit der LEHMANN-Pleite im September 2008
BERND SCHMIDT Ausgabe 84, Bremen-Lesum, 10. März 2020
Der Tag gestern geht in die Börsengeschichte ein. Vergleiche mit dem 25. Oktober 1987 – dem ersten Crash der Neuzeit – sowie der Finanzkrise 2008 werden herangezogen, weil eine Flucht aus Aktien lange nicht mehr derart heftig war.
Die sogenannte Rule 80B an der New Yorker Wall Street verhinderte gestern Nachmittag nach MEZ Schlimmeres: Fällt ein Aktienmarkt (Wall Street) mehr als 10, 20 oder 30% innerhalb eines Tages, so wird der Handel für 15 Minuten ausgesetzt. Nach dem Motto „Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird!“ ist nach 15 Minuten „cool down“ die Luft etwas raus und der Verstand scheint wieder halbwegs an Bord.
Also: Nach einem Ausverkauf zu Beginn ging der Tag für den DOW JONES Industrial Average mit einem relativ „moderaten“ Minus von 6,82% oder 1.651,02 Punkten mit 24.206,21 aus dem Handel, nachdem er am 12. Februar 2020 das ist gerade einmal 26 Wochentage her – noch mit 29.562,945ein historisches Allzeithoch markiert hatte! Somit schloss der DOW JONES Industrial Average gestern 9,74% unter seinem historischen Höchststand.
Ob damit das Jahrestief und möglicherweise das Tief dieser Konsolidierung, des Crashs markiert wurde, werden wir allerings erst in einem halb Jahr mit Sicherheit wissen, wenn wir auf diese historische Woche in der Nachbetrachtung und Aufarbeitung blicken werden.
Fazit:
Panik, konkret Verkaufspanik bedeutet immer eines: Wir haben gerade Kaufkurse. Und: Ob Sie bei einem DOW JONES Industrial Average von 24.000 oder 25.000 einsteigen, ist nicht wichtig, wenn in einem Jahr die Kurse um 85% höher liegen und der Index bei 40.000 notiert!
P.S.: Der DEUTSCHE AKTIENINDEX Dax(r) eröffnete gestern mit 10.788,679, schloss um 17h45 bei 10.625,02, nachbörslich war gestern bei 10.303,624 Schluss, das Tages./Jahrestief lag gestern im Verlauf bei 10.295,607. Zur orientierung: Am Freitag 17h45 notierte der DAX(r) noch bei 11.541,87. Auch der DAX markierte sein Allzeithoch am 12. Februar, Allzeithoch „damals“ 13.796,067! Ein Verlust von 25,37% innerhalb eines knappen Monats.
P.P.S.: Jede Krise ist auch ein Chance!!! Die ist in der aktuellen Situation erfahrungsgemäß unverkennbar groß.
Die Schlussstände
| 31.12.2019 | 31.03.2020 | Saldo | 52 Wochenhoch | 52 Wochentief | |
| DAX® (Performance) | 13.249,01 | 9.935,84 | -25,01% | 13.795,20 | 8.255,65 |
| DAX® (Kurs) | 5.909,66 | 4.416,97 | -25,26% | 6.136,98 | 3.669,81 |
| VDAX-NEW | 14,17 | 50,45 | +256,03% | 93,30 | 11,57 |
| TecDax | 3.014,94 | 2.597,98 | -13,83% | 3.302,94 | 2.128,29 |
| Dow Jones Eurostoxx 50 | 3.745,15 | 2.830,05 | -24,43% | 3.865,26 | 2.385,82 |
| Dow Jones Industrial | 28.454,01 | 21.918,166 | -22,97% | 29.562,90 | 18.228,40 |
| Nasdaq Composite | 8.972,60 | 7.700,10 | -14,18% | 9.838,37 | 6.631,42 |
| Nikkei 225 | 23.482,037 | 18.470,344 | -21,34% | 24.203,10 | 16.181,90 |
| REXPO | 493,2244 | 497,5632 | +0,88% | 521,70 | 489,777 |
| Ölpreis (Brent) in US$ | 66,03 | 22,74 | -65,56% | 71,75 | 21,65 |
| €/US$ | 1,1187 | 1,1031 | -1,40% | 1,149 | 1,0636 |