Um wieder einmal die Charakteristika des abgelaufenen Quartals bzw. der aktuellen Stimmung einzufangen, so läßt sich mit der Wortschöpfung „Enronitis“ das Bild meiner Meinung nach sehr treffend einfangen, hängt doch an dieser Erscheinung (der Pleite des us-amerikanischen Energiekonzerns) alles, was zur Zeit sowohl die Stimmung als auch somit den marktbewegenden psycholgischen Hintergrund bestimmt: Die akut laufende Pleitewelle mit den täglich in den Nachrichten auftauchenden Neuigkeiten der prominenten Gesellschaften wie KIRCH MEDIA, PHILIPP HOLZMANN, FAIRCHILD DORNIER, HERLITZ AG, MÜHL (Baudienstleister), SCHNEIDER (Unterhaltungselektronik-Hersteller). Das HANDELSBLATT schreibt in seiner Ausgabe vom 04.04.2002: „Auf Deutschland rollt in diesem Jahr eine der heftigsten Pleitewellen in der Geschichte zu. mit 40.000 Firmeninsolvenzen. Nach Ansicht von Experten werden… weitere prominente Namen folgen.“
Ohne die Folgen für die im Einzelnen Betroffenen herunter zu spielen, muß an dieser Stelle dokumentiert werden, daß dieses Phänomen typisch für die aktuellen Phase ist, welche die Wirtschaft und somit auch die Börsen akut durchlaufen!!! Am Ende einer Baisse (Abwärtsbewegung an den Börsen, fundamental: Rezession) häufen sich die Pleiten, bezeichnen somit also das bevorstehende Ende eines Zyklusses!
Nochmals: Wir stehen vor dem fundamentalen Aufschwung in der Wirtschaft, der an den Börsen bereits mit der Erholung seit dem Terroranschlag in New York im September vergangenen Jahres zum Teil vorweggenommen worden ist. Die Märkte warten weltweit darauf, daß die von den Unternehmen gelieferten Zahlen und im speziellen die Ausblicke in die Zukunft diese Erwartungen erfüllen und demzufolge auch widerspiegeln.
Eng mit dieser fundamentalen Entwicklung in der Wirtschaft ist klar die Entwicklung im Bereich der Zinsen verknüpft. War die Tendenz der Notenbanken weltweit bis dato fallend, so hat bereits die weltweit wichtigste Notenbank indikativ ihre Haltung auf neutral verändert. Wir dürfen demzufolge von zukünftig wieder steigenden Zinssätzen ausgehen, sowohl bei den Darlehens- als auch bei den Guthabenszinsen.
Für den Aktienmarkt ist diese Entwicklung an der Zinsfront immer problematisch, auf der einen Seite gilt es die sich bessernden Unternehmensaussichten und -daten zu honorieren, auf der anderen Seite werden die Zinspapiere, die direkte Konkurrenz zu den sogenannten Risikopapieren, den Aktien, attraktiver. Trotz allem kann den Aktien sicherlich ein nicht zu unterschätzendes Erholungspotential bescheinigt werden, traditionell fallen mittelfristig die alten Höchstmarken der Referenzindizes. Der DEUTSCHE AKTIENINDEX DAX® zum Beispiel peilt die 8.136,16 vom 07.03.2000 an, das sind vom jetztigen Niveau bei 5.397,29 (siehe unten) immerhin gute 50% Zuwachs. Der zeitliche Horizont dürfte, wie bereits angedeutet, mittelfristig mit 2004 angesetzt werden!
Es gilt also für jedermann, sich diese Perspektive selbst zu erarbeiten, und gegebenenfalls für sich zu nutzen… Wie immer stehe ich Ihnen gern unterstützend zur Verfügung…
Die Schlußstände
| 31.12.2001 | 31.03.2002 | (12-Monats-verlaufshoch) | (12-Monats-verlaufstief) | |
| Deutscher Aktienindex DAX | 5.160,10 | 5.397,29 | 5.467,31 | 3.539,18 |
| Nemax AllShare | 1.095,83 | 1.029,57 | 1.222,45 | 693,83 |
| Dow Jones Eurostoxx 50 | 3.806,13 | 3.784,05 | 3.864,08 | 2.741,00 |
| Dow Jones Industrial | 10.021,50 | 10.403,94 | 11.350,95 | 8.062,34 |
| Nasdaq Composite | 1.950,40 | 1.845,35 | 2.328,05 | 1.387,06 |
| Nikkei | 10.457,61 | 11.039,60 | 12.034,04 | 9.382,95 |