Ausgabe 4, 08.04.1999
Eine Phase der Angst und Vorsicht, aber auch des Mutes, liegt hinter uns. Wer in den letzten drei Monaten investiert hat, wird dafür in den nächsten zwölf Monaten wahrscheinlich belohnt werden. Für diejenigen, die abgewartet haben, ist es jedoch noch nicht zu spät, da wir uns am Anfang einer neuen Aufwärtsbewegung befinden.
Europa
Die Korrekturphase begann am 22. Juli 1998 und führte in Deutschland und anderen europäischen Ländern zu Verlusten von bis zu 40%. Die Tiefstände wurden um den 8. Oktober 1998 erreicht. Bereits in den ersten Tagen des neuen Jahres sorgte die Einführung des Euro dafür, dass die alten Höchststände vom Juli wieder erreicht wurden. Zumindest der DOW JONES EURO STOXX 50 Index erreichte seine alten Höhen. Der deutsche DAX blieb jedoch aufgrund der neuen Wirtschaftspolitik etwa 13% unter seinem historischen Hoch.
Ein denkwürdiges Ereignis im ersten Quartal war der Rücktritt von Oskar Lafontaine am 11. März, woraufhin der DAX am folgenden Tag um 5,1% zulegte. Seitdem hat sich der deutsche Aktienmarkt nicht schlechter entwickelt als der Rest Europas. Es ist sogar damit zu rechnen, dass die bisherige Underperformance mittel- bis langfristig ausgeglichen wird, weshalb eine Übergewichtung deutscher Aktien auf mittlere Sicht empfohlen wird. Mit Unterstützung aus den USA und Asien ist ein Ausbruch der europäischen Märkte aus der Seitwärtsbewegung sehr wahrscheinlich.
- Kurspotenzial DAX (Stand 31.03.1999: 4.865,27):
- Bis Ende 1999: 5.500 bis 6.000 Punkte (10-20%).
- In zwölf Monaten: 6.500 bis 7.000 Punkte.
- Kurspotenzial DOW JONES EURO STOXX 50 (Stand 31.03.1999: 3.559,86):
- Bis Ende 1999: 4.000 bis 4.400 Punkte.
- In zwölf Monaten: 4.800 bis 5.200 Punkte.
Zwei empfohlene Produkte, um diese Erwartungen umzusetzen, sind der GARTMORE Europewide Fund (europäische Aktien) und der BARINGS German Growth Trust (deutsche Aktien).
Wall Street
Die Wall Street hat den Ausbruch aus ihrer Korrekturphase bereits in den ersten Märzwochen geschafft. Die Korrektur in der zweiten Jahreshälfte 1998 begrenzte sich auf nur etwa 20%. Inzwischen notiert der DOW JONES Industrial Index bei rund 10.000 Punkten. Das Kursziel für die nächsten zwölf Monate liegt bei 11.000 bis 12.000 Punkten, was einem Anstieg von 10-20% entspricht (Stand 31.03.1999: 9.786,10). Da der Markt als sehr teuer gilt, wird zwar ein positiver Verlauf, aber keine überschäumenden Erfolge erwartet.
Asien
Die mit Abstand interessanteste Börsenregion ist Asien. Auch wenn die Stimmung noch nicht durchweg positiv ist, handelt die Börse die Zukunft sechs bis zwölf Monate im Voraus. Die Tiefststände wurden im Oktober 1998 erreicht, und die massiven Abwärtstrends wurden bereits eindrucksvoll durchbrochen. Das japanische Finanzsystem, das für die gesamte Region entscheidend ist, scheint saniert zu sein.
Unternehmen, die die Krise überstanden haben, sind gut gerüstet und aufgrund von Währungsvorteilen sehr wettbewerbsfähig. Die Börsenplätze, die von ihren Höchstständen teilweise bis zu 90% verloren hatten, haben gute Chancen, in den nächsten zwei bis drei Jahren eine Rekordaufholjagd zu starten. Das Potenzial in diesen Märkten kann vorsichtig auf 100 bis 200% über diesen Zeitraum geschätzt werden.
Obwohl noch nicht alle Risiken beseitigt sind, werden folgende „Leckerbissen“ empfohlen:
- FIDELITY PA Japan Fund (japanische Aktien)
- FLEMINGS Pacific Fund (asiatische Aktien, Schwerpunkt Japan und China)
- FIDELITY Thailand Fund (thailändische Aktien)