2019 stand unter dem Zeichen der sich legenden Handelskonflikte, meiner Meinung nach wurden verkrustete Strukturen zum Teil aufgebrochen bzw. aufgelöst. Risiken preisten sich allmählich aus, die mit den Handelskonflikten zwischen USA- China – Europa verbundenen Risiken einer Rezession ebenso. Allerdings war der Spielraum für die Zentralbanken, den Zins auch nur Ansatzweise in normale“ Sphären zu korrigieren, im Spannungsumfeld dieser Konflikte vor dem Hintergrund der Herausforderungen in der Wirtschaft, nahezu gleich null, um nicht zu sagen negativ.
„Wir leben in einer Ära monetärer Experimente. Der Zins ist abgeschafft. Nur durch die Beteiligung am unternehmerischen Produktivkapital lässt sich Vermögen real erhalten und vermehren“. Thomas Reinhold, BEHRENBERG
HANDELSBLATT 19. November 2019, Minuszinsen belasten immer mehr Privatkunden
Zahlen der Bundesbank zeigen, dass die Banken bereits für ein Viertel der privaten Einlagen negative Sätze berechnen. Immer mehr Banken führen in diesen Tagen mit ihren Kunden „heikle“ Gespräche. Bei diesen Verhandlungen geht es um das hochemotionale Thema Minuszinsen für private Sparer. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als die Absicht der Institute, die Strafzinsen, die ihnen die Europäische Zentralbank berechnet, an ihre Privatkunden weiterzugeben.
Laut dem Monatsbericht der Notenbank für November meldeten 23 Prozent der von der Bundesbank befragten Banken einen negativen volumengewichteten Durchschnittszinssatz“ für Sichteinlagen. Das entspricht einen Viertel der gesamten Einlagen privater Haushalte bei deutschen Banken. Negative Zinsen werden hier vor allem von Großbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken berechnet“, schreibt die Bundesbank.
Bislang verschonen de meisten Banken normale Privatkunden und erheben sogenannte „Verwahrentgelte“ und Minuszinsen vor allem von vermögenden und reichen Kunden. In der Regel betragen die von den Instituten eingeräumten Freibeträge mindestens 100.000 Euro.
Wie schnell sich das Thema Minuszinsen für die deutsche Privatkunden verbreitet, zeigt ein Rundschreiben des Bundesverbands deutscher Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), das dem HANDELSBLATT vorliegt. In dem Schreiben setzt sich der Lobbyverband intensiv mit den rechtlichen Möglichkeiten zur Einführung von Minuszinsen auseinander und schlägt erstmals auch einen Vierstufenplan im Hinblick darauf vor, wie die Institute bei deren Einführung mit Kunden und Öffentlichkeit am besten umgehen sollen.
Im Gegensatz zum Privatkundengeschäft bitten die Banken ihre Unternehmenskunden bereits beinahe flächendeckend zur Kasse. 58 Prozent der befragten Institute hätten einen negativen volumengewichteten Durchschnittszinssatz auf Sichteinlagen von Unternehmen gemeldet, heißt es im Bundesbank-Bericht. Die Summe der Einlagen bei diesem Institut entspricht 79 Prozent de gesamten Sichteinlagenvolumens von Unternehmen bei deutschen Banken.
Die Schlussstände
| 31.12.2018 | 31.12.2019 | Saldo | 52 Wochenhoch | 52 Wochentief | |
| DAX® (Performance) | 10.558,96 | 13.249,01 | +25,48 % | 13.425,80 | 10.387,00 |
| DAX® (Kurs) | 4.862,74 | 5.909,66 | +21,53% | 5.988,58 | 4.783,53 |
| VDAX-NEW | 23,39 | 14,17 | -39,42% | 27,17 | 12,10 |
| TecDax | 2.450,18 | 3.014,94 | +23,05% | 3.092,96 | 2.386,06 |
| Dow Jones Eurostoxx 50 | 2.991,00 | 3.745,15 | +25,21% | 3.794,93 | 2.936,76 |
| Dow Jones Industrial | 23.056,00 | 28.454,01 | +23,41% | 28.724,00 | 22.672,00 |
| Nasdaq Composite | 6.584,22 | 8.972,60 | +36,27% | 9.052,00 | 6.457,13 |
| Nikkei 25 | 20.014,77 | 23.482,037 | +17,32% | 24.203,10 | 19.312,30 |
| REXP® | 487,68 | 493,2244 | +1,14% | 506,651 | 487,023 |
| Ölpreis (Brent) in US$ | 53,23 | 66,03 | +24,05% | 75,60 | 52,51 |
| €/US$ | 1,1466 | 1,1187 | -2,43% | 1,1556 | 1,0879 |