Der Bürokratiewahn in Deutschland hat zum Jahreswechsel eine neue Bühne: MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive) wird unter dem Deckmäntelchen des Verbraucherschutzes als europäische Richtlinie auch in Deutschland umgesetzt. Deutschland, das Land der Diskutierer und Zauderer, stellt nun (auch) die Diskussion über die Kosten über die der Rendite. Kosten in einer (Fonds-)Branche, die ohnehin als äußerst transparent und alles andere als gierig gilt. Eine Branche ohne Lobby. Im Vergleich zur Banken- und Versicherungsbranche, die ich seit Jahren in meinem Wirkungskreis an den Pranger stelle.
Transparenz ist (meine) oberste Leitlinie. Zwar kommt für die Versicherungsbranche die sogenannte IDD (Insurance Distribution Directive) und erhöht auch dort Transparenz, allerdings schlägt MiFID II alles um Längen und schafft für große Teile der Bevölkerung Beratung schlichtweg ab. In Großbritannien, wo es lediglich noch Beratung gegen Honorar gibt, ist diese Umsetzung bereits Realität. Mit dem Ergebnis, dass lediglich Vermögende noch professionelle Vermögensstrukturen genießen. Herzlichen Glückwunsch Deutschland.
Das Börsenjahr 2017, siehe Indizes unten!, zeigt wieder einmal sehr eindrucksvoll, wie wichtig es ist, sein Vermögen sachwertorientiert zu strukturieren. Auch 2017 gab es (wieder) keine nennenswerten Korrekturen, Im März 2018 vollendet die Hausse, die in den Unsicherheiten der Finanzkrise 2007/2008 im März 2009 startete, ihr nunmehr neuntes Jahr. Die Zahl der Aktionäre markierte laut STATISTA in 2017 (4.918 Tausend) ein Vierzehnjahreshoch. Die Marktteilnehmer, welche dabei sind, gewöhnen sich daran, dass es nur noch aufwärts geht. Beratung wäre in einer solchen Welt nicht nötig, könnte man meinen. Allerdings, gerade wenn Sorglosigkeit auf den Plan tritt, ist Beratung am wichtigsten und fundamental notwendig. Eine Diskussion über Kosten wirkt an einer solchen Stelle kontraproduktiv. Für den Verbraucher. – Dem Staat hilft’s dafür, wenn der vermögende Bürger sein Vermögen der Inflation preisgibt.
Fazit:
MiFID II – Glyphosat für das zarte Pflänzchen der Aktienkultur in Deutschland. Entscheidend ist: Die Rendite nach Kosten!
Die Schlussstände
| 31.12.2017 | 31.03.2018 | Saldo | 52 Wochenhoch | 52 Wochentief | |
| DAX® (Performance) | 11.481,06 | 12.096,73 | +12,51% | 13.596,89 | 11.726,62 |
| DAX® (Kurs) | 5.588,27 | 5.715,45 | +9,56% | 6.443,75 | 5.540,58 |
| VDAX-NEW | 21,4 | 18,44 | -33,88% | 40,10 | 10,48 |
| TecDax | 1.811,72 | 2.494,46 | +39,59% | 2.732,68 | 1.990,09 |
| Dow Jones Eurostoxx 50 | 3.279,00 | 3.361,50 | +6,22% | 3.708,82 | 3.261,86 |
| Dow Jones Industrial | 19.780,00 | 24.103,11 | +24,78% | 26.616,71 | 20.379,55 |
| Nasdaq Composite | 5.383,12 | 7.063,44 | +28,24% | 7.637,27 | 5.805,15 |
| Nikkei 225 | 19.070,00 | 21.454,30 | +18,88% | 24.129,34 | 18.224,68 |
| REXPO | 485,31 | 480,92 | -0,95% | 487,48 | 474,42 |
| Ölpreis (Brent) in US$ | 56,71 | 70,22 | +17,51% | 71,28 | 44,35 |
| €/US$ | 1,0500 | 1,2331 | +14,33% | 1,2557 | 1,0570 |