Zunächst einmal zum noch sehr frischen Referendum der Briten, die sich zum BREXIT – dem vermeintlichen Unwort des Jahres 2016 entschlossen haben. Da im Vorfeld des Referendums am 23. Juni 2016 ein BREMAIN, also ein Verbleib der Briten in der EU eingepreist wurde, nahmen die Verwerfungen nach der Entscheidung historischen Ausmaße an. Spannend zu beobachten, wie am Morgen des Tages nach dem Entscheid bereits von einem schwarzen Freitag berichtet wurde. Am Ende des Tages blieben von 10% Abschlag am Morgen gerade einmal 6,82% übrig, in den USA verlor der DOW Jones Industrial Average gerade einmal 3,39 %. Wenn Sie sehen, wo dieser Index bereits wieder zum Halbjahresultimo notierte, siehe unten (17.929,99 und damit gerade 0,45 % unter dem Stand vor dem politischen Entscheid), erkennen Sie, dass bereits wieder zur Tagesordnung übergegangen wird. Der aufwärtsgerichtete Trend aus dem Vorfeld dieser Volksabstimmung wird neuerlich aufgenommen („Politische Börsen haben halt kurze Beine!).
Nur kurz noch: Die Entscheidung des Volkes muss letztendlich noch vom britischen Parlament legitimiert werden. Nach dieser Legitimierung würde erst der Antrag auf Austritt aus der EU nach Artikel 50 des Lissaboner Vertrages gestellt werden. Im Anschluss würden mit der EU die Modalitäten dieses Austritts verhandelt werden. Außerdem: Die Schotten plädieren ausdrücklich für den Verbleib in der EU und drohen mit dem Austritt aus dem Vereinigten Königreich.
Fazit: Es bewegt sich viel, es wird viel spekuliert, viel verunsichert. Was am Ende tatsächlich entsteht, kann an dieser Stelle kaum seriös prophezeit werden. Nur soviel: Veränderungen schaffen immer Chancen. Gewinner werden die Sachwerte bleiben. Insbesondere vor dem Hintergrund der Situation an den Anleihemärkten, siehe im Folgenden!
Die wahre Gefahr: Anleihenblase
In der Tat besorgniserregend ist die Entwicklung bei den geldwertlastigen Vermögen (hauptsächlich Lebens-/ Rentenversicherungen, Pensionskassen), die nach wie vor zu ca. 90 % in vermeintlich sicheren Wertpapieren, also Staats- und Unternehmensanleihen „investiert“ sind. Nachdem die EZB nun auch diese Papiere in großen Stil aufkauft (60 Milliarden € pro Monat bis Ende September), wird diese Blase zusätzlich auch von der EUROPÄISCHEN ZENTRALBANK weiter aufgeblasen. Blasen platzen bekanntlicherweise früher oder später.
Jeder mag sich die Folgen für das Finanzsystem im Großen und für seine eigene Altersvorsorge im Kleinen ausmalen, wenn diese Blase in der Tat platzen sollte! Ein solches Szenario hätte das Potential zur Finanzkrise Teil III. Einen Vorgeschmack erlebten wir bereits im Frühjahr 2015, dem vermeintlichen Wendepunkt in dem nunmehr dreißigjährigen Zinssenkungszyklus…
Fazit:
Die Unsicherheiten um die europäischen Verwerfungen nutzen, um Positionen im Sachwert auf- bzw. auszubauen: Veränderungen sind und waren immer der Stoff, aus dem Phantasie und Wachstum entstehen! Bevor die Blase an den Anleihemärkten dieser Welt platzt!
Die Schlussstände
| 31.12.2015 | 30.06.2016 | Saldo | 52 Wochenhoch | 52 Wochentief | |
| DAX® (Performance) | 10.743,01 | 9.680,09 | -9,89% | 11.802,37 | 8.699,29 |
| DAX® (Kurs) | 5.390,31 | 4.713,91 | -12,55% | 5.921,83 | 4.349,56 |
| VDAX | 21,14 | 24,76 | +17,12% | 32,55 | 16,71 |
| TecDax | 1.830,74 | 1.601,04 | -12,55% | 1.889,31 | 1.463,50 |
| Dow Jones Eurostoxx 50 | 3.267,52 | 2.864,74 | -12,33% | 3.714,26 | 2.672,73 |
| Dow Jones Industrial | 16.425,03 | 17.929,99 | +9,16% | 18.167,63 | 15.370,33 |
| Nasdaq Composite | 5.007,41 | 4.842,67 | -3,29% | 5.231,94 | 4.209,76 |
| Nikkei 225 | 19.033,71 | 16.758,67 | -11,95% | 20.952,71 | 14.865,77 |
| REXP® | 474,24 | 489,26 | +3,17% | 489,73 | 467,13 |
| Ölpreis (Brent) in US$ | 37,59 | 49,75 | +32,35% | 63,20 | 27,84 |
| €/US$ | 1,0859 | 1,1099 | +2,21% | 1,1714 | 1,0521 |