HANDELSBLATT Wochenende 26./27./28. September 2014: GERMAN ANGST
Der Großteil der Dax-Konzerne steht an der Börse so gut da wie noch nie aber die Deutschen profitieren nicht davon. Uns fehlt eine Aktienkultur…. Ein Börsenwunder made in Germany. Das Dilemma ist nur: Statt der vielen Deutschen, die sich nach den Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank über die Minierträge ihrer Sparbücher, Tagesgeldkonten und Lebensversicherungen echauffieren, profitieren vom Boom am deutschen Aktienmarkt vor allem ausländische Investoren.

Seit 2001 haben ausländische Investoren ihren Anteil an den 30 Dax-Konzernen von 35,5 Prozent auf 54 Prozent erhöht. In derselben Zeit haben sich die Aktienkurse der 30 Dax-Konzerne fast verdoppelt. Es ist die große verpasste Chance der Deutschen: Sie erarbeiten einen Wohlstand, den Investoren aus dem Ausland abschöpfen. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann weist darauf hin, dass die Deutschen aktiver ihre Vermögen gestalten müssten: „Als Aktionär, der an einem Unternehmen beteiligt ist, profitiert der Bürger vom Zinsumfeld, das ihn als Sparer belastet.“
HANDELSBLATT 02. September 2014: ABKEHR VOM EURO Zeitenwende an den Devisenmärkten: Gegenüber dem US-$ verliert der Euro zunehmend an Wert. Experten erwarten, dass der Trend die nächsten Jahre anhält. EZB-Präsident Draghi kommt ein schwacher Euro ganz gelegen. Die Gemeinschaftswährung, die am Montag bei 1,31 Dollar notierte, werde Ende 2017 nur noch einen Dollar wert sein“, prognostizierte Robin Brooks, oberster Währungsstratege der US-Investmentbank GOLDMAN SACHS.
Wie positioniert sich das Kapital?
Für das europäische Kapital ändert sich durch den veränderten Außenwert erst einmal nichts. Ein niedriger Euro wirkt wie ein Konjunkturprogramm für Europa. Wer sein Kapital außerhalb des Euros investiert bzw. streut, kann mit Währungsgewinnen rechnen. Wer sich in die Schwellenländer wagt, ist zudem idealerweise antizyklisch unterwegs und investiert dort, wo die Kurs-Gewinn-Verhältnisse relativ niedrig sind.
Nachdem in diesem Jahr mit Aktien noch nicht allzu viel zu verdienen war, scheint die Konsolidierung nach den deutlichen Zuwächsen der vergangenen Jahre an den Industrieländerbörsen zu Ende zu gehen. Ein klassischer Ausverkauf, der das Ende dieser Konsolidierung markierte, war leider noch nicht zu beobachten, darf aber gern im Oktober noch erwartet werden. Also Pulver bis maximal Ende Oktober trocken halten oder Dax-Stände unterhalb von 9.000 konsequent zum Einstieg nutzen. Wenn der Ausverkauf ausbliebe, Ende Oktober / Anfang November billigst (nach-)kaufen!
Die Indexschlussstände
| 31.12.2013 | 30.09.2014 | Saldo | 52 Wochenhoch | 52 Wochentief | |
| DAX® (Performance) | 9.552,16 | 9.474,30 | -0,82% | 10.051,00 | 8.489,62 |
| DAX® (Kurs) | 5.051,89 | 4.874,28 | -3,52% | 5.179,82 | 4.489,94 |
| VDAX | 13,16 | 15,34 | +16,57% | 19,55 | 10,80 |
| TecDax | 1.166,82 | 1.249,36 | +7,07% | 1.337,01 | 1.064,92 |
| Dow Jones Eurostoxx 50 | 3.109,00 | 3.225,93 | +3,76% | 3.325,50 | 2.891,39 |
| Dow Jones Industrial | 16.576,66 | 17.042,90 | +2,81% | 17.350,60 | 14.719,40 |
| Nasdaq Composite | 4.176,59 | 4.505,85 | +7,88% | 4.610,57 | 3.650,03 |
| Nikkei 225 | 16.291,31 | 16.173,52 | -0,72% | 16.374,10 | 13.853,30 |
| REXP® | 440,54 | 464,86 | +5,52% | 465,94 | 440,53 |