Crash-Angst nach dem DAX®-Rekord und Zinsen auf Rekordtief

2014
Quartal II
Bernd Schmidt
Von Bernd Schmidt
Diana Gotzmer
Geprüft Diana Gotzmer
Aktualisiert: 12. Oktober 2025
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€uro fondsxpress 27/2014: „Als der DAX Anfang Juni die Marke von 10 000 Punkten knackte, sprachen Kommentatoren nicht nur von einem Rekord, sondern bemühten Begriffe wie ‚Gipfelsturm‘ oder Höhenflug‘. Was dabei mitschwingt, ist eine Grundangst, dass alles, was hoch fliegt, irgendwann wieder herunterkommen muss. Joachim Goldberg kennt die Wirkung runder Rekorde. Über 10 000 Punkte wirkt der Markt teuer, darunter sieht er deutlich billiger aus‘, sagt der ehemalige Devisenhändler, der sich seit 30 Jahren mit der Psychologie der Börsen beschäftigt. Obwohl nüchtern betrachtet zwischen 9999 und 10 000 nur ein Zähler liegt, sind es optisch und psychologisch Welten. Schwellenwerte nennen Preisforscher den Übergang von krummen zu glatten Zahlen. Unternehmen nutzen das beim Verkauf ihrer Produkte längst. Kostet eine Cola 99 Cent, greift man eher zu als bei einem Euro, obwohl der Preisunterschied minimal ist.

Kaufentscheidungen laufen eben manchmal irrational ab. Bei Investitionsentscheidungen ist das ähnlich. Dass einem die Cola schmecken wird, weiß man. Ob Aktienkurse steigen, ist aber schwer vorherzusagen. So beginnt das Hirn zu arbeiten, schätzt Chancen ab, trifft Annahmen. DAX bei 10 000 Punkten? Die Luft ist dünn, die Fallhöhe groß. Und es sucht Parallelen. Die finden deutsche Hirne bei einer älteren Rekordmarke: 8000 Punkte. Dreimal erreichte der DAX diesen Stand- am Ende der Internet-Euphorie im Jahr 2000, vor Ausbruch der Finanzkrise 2008 und im Jahr 2013. Zweimal stürzten die Kurse daraufhin ab. Deutsche Privatanleger sind mit Aktien auf die Nase gefallen“, sagt Börsenpsychologe Goldberg. Das haben sie sich gemerkt. Dass dieser Rekord im vergangenen Jahr dann im Vorübergehen genommen wurde? Vergessen.

Übrigens ist auch den wenigsten eine weitere optische Täuschung bewusst: Der DAX ist ein sogenannter Performance-Index. Anders als beim Dow Jones oder anderen wichtigen Indizes, die zuletzt Rekorde geknackt haben, werden hier Dividenden mit eingerechnet. Zieht man diese ab, ist der Rekord gar kein Rekord (siehe Chart). So lässt sich das Erreichen der 10 000 Punkte in ein anderes Licht rücken. Viele, die wegen des Rekords davon ausgehen, dass es wieder kracht, haben keine Aktien‘, sagt Börsenpsychologe Goldberg. Ein Crash wäre für sie die Bestätigung, dass sie richtig gehandelt und nichts verpasst haben.“

Aus diesem Anlass wird ab sofort auch der DAX® als Kurs-Index geführt, siehe unten. Zur Info. Dieser Index notierte am 13. Juli 2007 auf historischem Höchststand bei 5.293,87, aktuell sind wir noch 4,65 % unter diesen Stand, währenddessen der DAX® als Performance-Index bereits 2013 neue Höchststände markiert hat. Nicht zur Freude vieler, da sie nicht gebührend dabei sind, siehe oben.

Wer genau darüber nachdenkt, der kann für sich selbst schlussfolgern, wenn wenige Aktien haben: 1. Wer soll verkaufen (600.000 Aktionäre in Deutschland sind 2013 noch AUSgestiegen, siehe Quartalsbericht 1.2014)? 2. Wer kann noch kaufen und die Aktienkurse treiben?

ZEIT Online 05. Juni 2014: „Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins auf das neue historische Tief von 0,15% gesenkt. Die Senkung vom bisherigen Wert von 0,25% ist eine von mehreren Maßnahmen, mit denen die EZB die Wirtschaft vor allem in den Krisenländern Europas stützen will. Niedrige Zinsen können die Konjunktur antreiben und zugleich allerdings den Preisauftrieb beschleunigen. Zentralbankpräsident Mario Draghi sagte, der Zins werde längere Zeit auf dem aktuellen Niveau bleiben. Im Zuge der Krisenbewältigung hatte die EZB den Leitzins bereits kontinuierlich gesenkt, Mitte 2008 hatte er noch bei mehr als vier % gelegen. Seit November 2013 betrug er 0,25%.“

Die Situation spricht wie in den letzten gut fünf Jahren, in denen die Hausse bereits läuft, die Kurse also bereits steigen – tendenziell eher für weiter steigende Kurse als für einen bevorstehenden Crash. Geopolitische Krisen dürften gegebenenfalls genutzt werden, um Positionen auszubauen. Ansonsten bieten sich immer möglichst monatliche Wertpapiersparpläne an, um schrittweise zuzukaufen. Die niedrigen Zinsen führen zu steigenden Preisen bei Sachwerten, also auch und insbesondere bei Aktien!!!

Die Indexschlussstände

31.12.201330.06.2014Saldo52 Wochenhoch52 Wochentief
DAX® (Performance)9.552,169.833,07+2,94%10.050,987.730,37
DAX® (Kurs)5.051,895.058,86+0,14%5.179,824.128,05
VDAX13,1613,19+0,23%19,5511,47
TecDax1.166,821.309,00+12,19%1.336,04943,94
Dow Jones Eurostoxx 503.109,003.228,24+3,84%3.325,502.539,15
Dow Jones Industrial16.576,6616.826,60+1,51%16.978,0014.719,43
Nasdaq Composite4.176,594.408,18+5,54%4.409,723.415,23
Nikkei 22516.291,3115.162,10-6,93%16.320,2213.188,14
REXP®440,54458,36+4,05%458,59437,24
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Verstehe ich gut. Die Finanzbranche hat einen schlechten Ruf . Aber ich bin Vermögens-Architekt, kein Produkt-Verkäufer . Unser erstes Telefonat ist keine Verkaufs-Show, sondern eine reine Diagnose . Wir schauen erst auf den Menschen, dann auf den Markt. Wenn die Chemie nicht stimmt, legen wir auf. Keine Kosten, kein Druck.