Das vehemente „Nein! No! Non! dieser, unserer Kanzlerin im Vorfeld der Brüsseler EU-Gipfel Beschlüsse vom 28. Juni 2012 wurde schlicht und ergreifend übergangen und ist ein großes mahnendes Zeichen zur Vorsicht. Noch mehr als zuvor. Verhindern wollte frau im Sinne der Deutschen eine Vergemeinschaftung bzw. die gemeinschaftliche Haftung der der Schulden der im Fokus stehenden Länder Portugal, Italien, Griechenland, Spanien (PIGS), neu dabei: Zypern.
Das Gefährliche an dieser Entwicklung ist, dass der Reformwillen im Zuge der zunehmenden Verantwortung für Deutschland bei den bedrohten Staaten merklich (Was hat Merkel damit zu tun? Satirische Frage des Verfassers) nachlässt. Warum weiter anstrengen, wenn doch andere, also Deutsche nun in die Bresche springen? Zumal die Deutschen doch von der Entwicklung extrem profitieren! Das stimmt wiederum zum Teil auch. Ein niedriger Euro hilft unserer Exportwirtschaft und wirkt wie ein Konjunkturprogramm. Außerdem zahlt Deutschland für seine Staatsanleihen aktuell lediglich nur noch 0,0743% (HANDELSBLATT 22.05.2012), weil Sicherheit akut mehr zählt als Rendite. Eine Entlastung auf der Ausgabenseite und ein deutliches Zeichen für die Intensität der Angst im zu Ende gegangenen Quartal.
Die Schuldenkrise ist mit voller Wucht zurück. Während deutsche Abgeordnete noch lamentieren, atmen die Aktienmärkte mit den Brüsseler EU-Gipfel Beschlüssen auf. Allein am letzten Handelstag des Quartals legte der DAX® nach den Beschlüssen, einem Freitag, 266,37 Punkte oder 4,33 % zu. Die Aktienmärkte können damit also erst einmal gut leben. Ob es Deutschland damit langfristig gut geht, wird die Zukunft weisen. Eine Schlacht wurde möglicherweise „gewonnen“, der Krieg noch lange nicht, das heißt die eigentliche Schuldenkrise ist somit noch nicht gelöst, die eigentliche Lösung der damit verbundenen Herausforderungen lässt noch auf sich warten.
Der DAX® beispielsweise ist im Zuge der wiedergekehrte Krise wieder unter die charttechnisch wichtige 200-Tageline gerutscht. Die technische Situation verbesserte sich also deutlich, wenn der Index wieder diese Linie von unten nach oben durchbräche. Es wäre ein klares Kaufsignal und positives Zeichen für die anschließende Entwicklung. Es gibt einige Stimmen, welche die Talfahrt noch nicht am Ende sehen, sondern bis September diesen Jahres mit weiteren Turbulenzen rechnen. Die Zukunft wird es weisen.
Fazit:
Eine Vergemeinschaftung der europäischen Schulden jeglicher Art lässt die Alarmglocken schrillen und fordert auf, Teile des eigenen Vermögens a) außerhalb des € und b) in Sachwerte zu investieren, ideal wäre eine Kombination aus beidem. Gern wiederhole ich mich da: Die Aktien bleiben ohne Alternative. Wir hoffen, dass diese politische Krise ein positives Ende findet, wissen aber auch: Die Hoffnung stirbt zuletzt!
Die Indexschlussstände
| 31.12.2011 | 30.06.2012 | Saldo | 52 Wochenhoch | 52 Wochentief | |
| Deutscher Aktienindex DAX® | 5.898,35 | 6.416,28 | +17,78% | 7.523,53 | 4.965,80 |
| VDAX | 28,59 | 21,53 | -33,23% | 47,30 | 15,14 |
| TecDax | 685,06 | 743,74 | +15,30% | 912,61 | 616,87 |
| Dow Jones Eurostoxx 50 | 2.316,55 | 2.264,72 | +6,94% | 2.887,30 | 1.935,89 |
| Dow Jones Industrial | 12.217,56 | 12.880,09 | +8,14% | 13.338,66 | 10.404,57 |
| Nasdaq Composite | 2.605,15 | 2.935,05 | +18,67% | 3.133,97 | 2.298,89 |
| Nikkei 225 | 8.455,35 | 9.006,78 | +19,26% | 10.255,15 | 8.135,79 |
| REXPO | 425,226 | 432,962 | +1,82% | 439,153 | 392,601 |