Das neue Normal (Bill Cross)

2010
Quartal IV
Bernd Schmidt
Von Bernd Schmidt
Diana Gotzmer
Geprüft Diana Gotzmer
Aktualisiert: 12. Oktober 2025
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EURO FONDSEXPRESS 01.2011 07. Januar 2010: „Stehen die USA vor der Pleite?“ Timothy Geithner, US-Finanzminister, der bekanntermaßen bereits rühmlicher Hauptdarsteller bei der LEHMAN Pleite im September 2008 war, spielt sich mit seinen Warnungen wieder in den Vordergrund. Zwischen Ende März und Mitte Mai sei in den USA eine Schuldenobergrenze von 14 Billionen US $ erreicht, deren Zinslast man dann nicht mehr bedienen könne. Ein weiteres Kapitel eines akut tobenden Währungsweltkrieges hauptsächlich gegen die Front €, Yuan und Yen. Die Unites States gegen den Rest der Welt. Der Grund: Die eigene Währung schlecht reden, unter Druck bringen, so dass der US $ gegen andere Währungen verkauft wird. US amerikanische Produkte sollen auf diese Weise auf dem Weltmarkt billiger werden und den Export ankurbeln. Der Amerikaner erfindet sich also wieder einmal neu.

Bob Doll, BLACK ROCK Aktienstratege, sagt offenbar, Geithners Ausruf folgend, eine auf höchstem Niveau florierende US-Wirtschaft und einen haussierenden US-Aktienmarkt voraus. Verfolgt man die zaudernde einschlägige Presse zum Jahreswechsel, so steht Bob Doll allerdings mit seinen klaren und positiven Aussagen mutig, allein und deshalb möglicherweise auch richtig da: Aktien schlügen 2011 wieder Anleihen und Cash, Anleger schichteten von Anleihen in Aktien um. Wer meine Berichte aufmerksam liest, weiß, dass ich dieser Prognose schon vor geraumer Zeit vorgegriffen habe!

Eine seit 1990/1992 währende Phase fallender Zinsen (ca. zwei Dekaden) neigt sich dem Ende, eine riesige Blase in Schuldentiteln angesammelter Liquidität sucht nach Alternativen. Bob Doll deutet genau dies an. Wann, wie schnell und letzten Endes wie blutig sich dieser Prozess entwickeln wird, mag heute nicht zu quantifizieren sein…

Der Trend zu Sachwerten, Stichwort Sachwertdominanz, (dazu gehören ja auch Aktien) wird also definitv fortgeführt, mindestens mittel, sehr wahrscheinlich langfristig.. Hiervon profitieren natürlich auch Immobilien und Beteiligungen wie zum Beispiel an Schiffen, Kraftwerken und anderen Sachanlagen. Schulden zu machen wird dagegen schwieriger, denn wer will denn Geld verleihen, wenn die Welt sich entschuldet, gesund schrumpft, Stichwort Deleveraging (Siehe auch Quartalsbericht 1. 2010), und ungehebelt, also ohne Kredit, investiert: Das neue Normal!

War man sich lange Zeit gerade zur Hochzeit der Finanzkrise Ende 2008/ Anfang 2009 äußerst sicher, dass Inflation groß geschrieben würde, diskutiert man nun angesichts Erwartungen margerer Wirtschaftswachstumsraten trotz niedriger Zinsen eher ein Deflationsszenario und misst ihm eine größere Wahrscheinlichkeit bei. Hier mag sich vor dem Hintergrund der „Flucht“ in die Sachwerte jeder sein eigenes Urteil erlauben…

Ein weiteres großes Thema wird mit viel Geschrei durch die Gassen dieser Welt getrieben: Der sichere Tod des €! Es grassieren Aussagen, dass der das L. Quartal 2011 nicht überlebe… Die Situation ist allerdings im Verhältnis zur Vergangenheit lange nicht so dramatisch, wie so mancher Marktschreier mit Macht Glauben schenken will! Wie übrigens Timothy Geithner, um den Bogen zu schließen…

Wie in meinem Video auf meiner Homepage bereits proklamiert: „Derartige Situationen bergen ungeheure Chancen! Es gilt den Kopf hoch zu nehmen, die Situation zu analysieren, zu verändern und diese Chancen gezielt wahr zu nehmen!“

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Die Indexschlussstände

31.12.201031.12.2009Saldo52 Wochenhoch52 Wochentief
Deutscher Aktienindex DAX®6.914,195.957,43+16,06%7.087,845.433,02
VDAX19,0922,7309-16,02%33,5015,77
TecDax850,67817,58+4,05%870,07687,60
Dow Jones Eurostoxx 502.792,822.966,24-5,85%3.044,372.448,10
Dow Jones Industrial11.577,5110.428,05+11,02%11.625,009.614,32
Nasdaq Composite2.652,872.269,15+16,91%2.675,262.061,14
Nikkei 22510.228,9210.564,44-3,18%11.408,178.796,45
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