Ende der Sommerkonsolidierung, Erholung aber definitiv keine Euphorie

2010
Quartal III
Bernd Schmidt
Von Bernd Schmidt
Diana Gotzmer
Geprüft Diana Gotzmer
Aktualisiert: 12. Oktober 2025
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Ende der Sommerkonsolidierung, Erholung aber definitiv keine Euphorie

05.10.2010

HANDELSBLATT 15 September 2010: ANGST VOR DER AKTIE Nur Drogen sind unbeliebter, so die neue Shell-Jugendstudie. Das Weltfinanzbeben im Gefolge der Lehmann-Pleite hat offenbar eine ganze Anlegergeneration traumatisiert. Pensionskassen und Treuhandgesellschaften, die für betriebliche Altersvorsorge in Deutschland mehr als 1,1 Billionen Euro verwalten, reduzierten ihren Aktienanteil im vergangenen Jahr von 22 auf 16 Prozent. Lebensversicherer wie der Branchenprimus Alianz Leben hatten einst 25 Prozent Aktienanteil im Depot, heute sind es noch rund acht Prozent im Branchendurchschnitt sind es lediglich fünf. Die Zahl derer, die Aktien oder Aktienfonds als indirekte Variante besitzen, ist seit Jahren rückläufig. Im relativ soliden Börsenjahr 2010 ist die Zahl noch einmal um 200 000 auf 8,6 Millionen Deutsche zurückgegangen. Das hat das Deutsche Aktieninstitut berechnet.

Zwischenresümee: Es besitzt kaum noch jemand Aktien. Daraus resultiert ein ordentliches Potenzial bei denen, die ihre Aktienpositionen aufstocken können, sobald sich ein positiver Trend im Anschluss an die erste kräftige Erholung nach den Tiefständen im März 2009 und der Konsolidierung in den ersten drei Quartalen 2010, in denen es diese Erholung zu verarbeiten galt, ergibt. Sobald die Aktienmärkte neue Jahreshöchststände erreichen (Siehe Indexstände unten!), generieren sich starke Kaufsignale, die wiederum Druck auf die oben genannten Vermögensverwalter ausüben! Die Herde fängt an zu galoppieren. Die Herbstrallye und die zweite Welle analog der positiven Entwicklung 2004, als die Aktienmärkte nach den Tiefständen im März 2003 und der anschließenden kräftigen ersten Erholung eine Verschnaufpause, sprich Konsolidierung, hinlegten, wären geboren.

Schaut man den Volkswirten bzw. Fundamentalanalysten auf die Lippen, so zeichnet sich eine Gemengelage auf der einen staatlichen Seite aus enormer Verschuldung (aufgrund der initiierten Konjunkturpakete), enormen Sparanstrengungen, also Ausgabenkürzungen. Das Bild wird gerade in Europa von drohenden Staatspleiten gezeichnet. Ein Spagat zwischen Sparzwang und Abwürgen des Wirtschaftswachstums.

Auf der anderen Seite haben die Unternehmen dagegen in der Krise traditionell enorm auf die Kostenbremse getreten und zum Teil massiv entschuldet. Die niedrigen Zinsen helfen hier natürlich. Hier genügte minimales Umsatzwachstum, um die Gewinne nun wieder kräftig sprudeln zu lassen! Dividendenrenditen liegen aus diesen Gründen über denen von Staatsanleihen. Unternehmen nutzen die Situation, um Mitbewerber günstig aufzukaufen. Das geschieht aktuell nicht mit Aktien, sondern aus den prall gefüllten Liquiditätsreserven. Unternehmen fangen also an, ihre überschüssige Liquidität anders als die oben genannten Vermögensverwalter in Produktivkapital zu reinvestieren! Ein klares positives Signal für die Aktienmärkte!

Die Situation in den sogenannten Schwellenländern, also nicht entwickelten Ländern (China, Indien, Korea, Brasilien Russland etc.) ist dagegen eine ganz andere: Die Verschuldung ist niedrig, die Konjunkturpakete sind aus der prall gefüllten Kriegs“-kasse bezahlt worden, also ohne neue Schulden aufnehmen zu müssen. Das Wirtschaftswachstum ist deutlich höher als in den entwickelten Ländern (USA, Japan, Europa). Die Schwellenländer haben sich von Schuldnern zu Gläubigern entwickelt und halten jetzt damit den Wirtschaftsmotor am Laufen!

Fazit: Aufgrund dieser Gemengelage erwartet JPMORGAN ASSET MANAGEMENT durchaus eine wirtschaftliche Erholung, die in den entwickelten Ländern sehr moderat ausfallen dürfte. Die Dynamik ist in den sogenannten nicht entwickelten Ländern, also den aufstrebenden Märkten (Emerging Markets“), zu finden. Inflation (1% und kleiner) spielte demzufolge eine untergeordnete Rolle, so dass die Zinsen erwartungsgemäß für die nächsten zwölf Monate auf diesem Niveau erwartet werden Wahrscheinlicher (mit 30%) erscheint ein Deflationsszenario.

Die Indexschlussstände

30.09.201031.12.2009Saldo52 Wochenhoch52 Wochentief
Deutscher Aktienindex DAX®6.229,025.957,43+4,56%6.386,975.312,64
VDAX20,1422,7309-11,40%33,5016,23
TecDax781,47817,58-4,42%870,07687,60
Dow Jones Eurostoxx 502.747,902.966,24-7,36%3.044,372.448,10
Dow Jones Industrial10.788,0510.428,05+3,45%11.257,939.430,46
Nasdaq Composite2.368,622.269,15+4,38%2.535,282.024,27
Nikkei 2259.369,3510.564,44-11,31%11.408,178.796,45
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