Ausgabe 8, 25.01.2001
Die lange erwartete und sich unendlich hinziehende Korrektur scheint sich allmählich dem Ende zu nähern. Nachdem der Deutsche Aktienindex (DAX) Anfang 2000 sein Allzeithoch bei 8.136,36 Punkten erreicht hatte, löste die weltweit überbewertete Technologiebranche eine Korrektur aus. Die depressive Stimmung trieb den DAX bis auf 6.110,26 Punkte herunter, ein Verlust von fast 25% vom Höchststand. Im historischen Vergleich war dieser Verlust jedoch noch relativ maßvoll, da Verluste von ca. 40% die Regel sind.
Andere Indizes zeigten sich stabiler und boten relative Sicherheit. Der Eurostoxx50 verlor von seinem Höchststand nur 15,56% , und der amerikanische Dow Jones Industrial Index fiel lediglich um 16,44% von seinem Allzeithoch.
Ein regelrechtes Blutbad gab es hingegen bei den Technologieaktien:
- Der deutsche Nemax50 stürzte von seinem Hoch bei 9.603,46 Punkten um ganze 71,41% auf 2.745,72 Punkte ab.
- An der Wall Street fiel der Nasdaq Composite von 5.048,62 um 53,79% auf 2.332,77 Punkte.
Die Wende durch die Notenbank
Die Hauptursache für die Depression war die Angst vor einer Rezession in den USA, bedingt durch angezogene Zinsen, einen starken US-Dollar und einen hohen Ölpreis. Die Furcht vor einem „Hard Landing“ wurde so groß, dass der Chef der US-Notenbank, Alan Greenspan, am 3. Januar 2001 panisch die Zinsen außerhalb einer regulären Sitzung um einen halben Prozentpunkt senkte.
Die Märkte reagierten euphorisch: Die Nasdaq sprang an diesem historischen Tag um 12,41%, was den bis dahin größten Anstieg an einem einzigen Tag darstellte. Greenspan hat in der Vergangenheit oft bewiesen, dass er im richtigen Augenblick die richtigen Maßnahmen ergreift, um die Wirtschaft zu lenken. Da die Unternehmensmeldungen Bremsspuren zeigten, hat er nun das Steuer herumgerissen, um auf den Wachstumspfad zurückzukehren. Es wird jedoch etwa ein halbes Jahr dauern, bis die Auswirkungen dieser Maßnahme sichtbar werden, und weitere Zinssenkungen werden erwartet.
Ausblick: Der Beginn der nächsten Hausse
Der Grundstein für die nächste Aufwärtsbewegung ist somit gelegt. Der Anstoß kam von der monetären Seite – das Geld wurde verbilligt. Die Unternehmenszahlen werden zwar noch eine Weile schwach bleiben, aber der Markt blickt nach vorne. Historisch gesehen legte der Dow Jones in den 12 Monaten nach einer Zinssenkung um durchschnittlich 20% zu.
Wer jetzt noch nicht investiert ist, sollte nicht mehr allzu lange warten, Positionen aufzubauen, denn der Markt läuft bereits. Sollte der DAX die Marke von 6.800 Punkten überspringen, sind schnell wieder 7.500 Punkte möglich. Man munkelt, dass der Markt eine Ausgangsposition bildet, die seit zwanzig Jahren nicht mehr so eindeutig positiv war.
Viel Spaß beim Geldverdienen!
Die wichtigsten Indexstände zum Jahresabschluss 2000
| Index | Schlussstand 29.12.2000 | 12-Monats-Hoch | 12-Monats-Tief |
| Deutscher Aktienindex DAX | 6.433,61 | 8.136,16 | 6.110,26 |
| Nemax AllShare | 2.743,42 | 8.546,19 | 2.598,55 |
| Dow Jones Eurostoxx 50 | 4.722,39 | 5.522,42 | 4.471,89 |
| Dow Jones Industrial | 10.786,85 | 11.750,28 | 9.654,64 |
| Nasdaq Composite | 2.470,52 | 5.132,52 | 2.288,16 |
| Nikkei | 13.785,85 | 20.833,21 | 13.182,51 |