Ausgabe 6, 01.07.2000
Nachdem die weltweite Korrektur von einem Einbruch bei den us-amerikanischen Biotechnologiewerten zu Beginn des neuen Jahrtausends ausgelöst wurde und somit der Stein des Anstoßes war, Gewinne mitzunehmen, befinden wir uns nun in einer Phase des luftleeren Raums: Im Sommerloch!
Lustlosigkeit, geringe Umsätze, eine reine Zufälligkeit bei der Kursbildung, Seitwärtsabwärtsbewegung des Marktes. Schauen wir uns die wichtigsten Indizes bzw. Märkte gemeinsam an:
Nachdem der DOW JONES INDUSTRIAL AVERAGE INDEX am 14.01.2000 sein bisheriges Allzeithoch markiert hat, liegt er mittlerweile bei 10.447,89 (Schlussstand am 30.06.2000) 1.275 Punkte oder 10,88 % tiefer. Die Technische Analyse (TA) sieht die Gefahr eines Bruches des bereits 1994 begonnenen Aufwärtstrends im traditionell schwachen dritten Quartal diesen Jahres. Er dürfte damit signifikant unter die 10.000-Punkte-Marke rutschen und weltweit für ein weiteres Nachgeben der Aktienkurse sorgen. Schaut man sich das fundamentale Umfeld in Amerika an, so findet dieses Szenario dort Rückhalt. Allan Greenspan, Notenbankchef der FEDERAL RESERVE in den USA, hat mit seiner Zinspolitik (sechs Zinsanhebungen in diesem Zyklus) aus Angst vor Inflation und vor Übertreibungen an den Finanzmärkten dafür gesorgt, dass die unter Dampf stehende amerikanische Konjunktur (über 5% jährliches Wirtschaftswachstum) sich abkühlen wird. Geplant ist ein sogenanntes Softlanding (Wirtschaftswachstum zwischen 2,5 und 3%), das heißt, man möchte keine Rezession heraufbeschwören, sondern nur bremsend wirken. Eine Abkühlung bedeutet jedoch letztendlich rückläufige Unternehmensergebnisse, die zunächst alles andere als kurstreibend wirken werden.
Da die Auswirkungen einer Änderung an den Zinssätzen allerdings erst mit einer Verzögerung von sechs bis zwölf Monaten in der Wirtschaft zu beobachten sind, heißt es jetzt: Abwarten und die Wirtschaftszahlen genauestens beobachten.
Der DEUTSCHE AKTIENINDEX DAX hat am 14. Januar 2000 sein Allzeithoch bei 8.064,97 Punkten markiert und notiert mittlerweile bei 7.048,96. Er dürfte, so meine ich, im Zuge des schwachen dritten Quartals Hand in Hand mit dem DOW JONES IND. AV. deutlich unter die 7.000-Punkte-Marke fallen und bei ggf. 6.500 sein Jahrestief sehen, in einer Übertreibungsphase sicherlich sogar darunter.
Fazit
Wieder einmal dürfen wir uns darauf freuen, dass sich im dritten Quartal Einstiegs-, also Kaufgelegenheiten bieten werden. Es ist nicht die Zeit, in Depressionen zu verfallen, sondern seinen Mut zusammen zu nehmen, diese Chance zu ergreifen und in die sich dann bietenden Kurse zu „beißen“. Bis dahin gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren, sein Kapital ggf. bereits in den entsprechenden Geldmarktfonds zu positionieren, um dann im vermeintlich richtigen Moment zuzuschlagen. Wichtig ist, dass man sich nicht von der dann sicherlich sehr schlechten Stimmung verrückt machen lässt und tatsächlich antizyklisch (gegen den Markt) investiert.
Und sollten die Märkte sich in eine Sommerrallye hineinbewegen, ist es ratsam, diese Kurse zur Glattstellung seiner Positionen zu nutzen, um sich für die dann folgende oben angesprochene Korrektur vorzubereiten.
Die vermeintlichen Favoriten für die nächste Aufwärtsbewegung sind:
- Amerika: ALGER American Asset Growth
- Asien: FLEMINGS Pacific Fund
- Japan: FLEMINGS Japanese Fund
- Europa: GARTMORE Continental Europe Fund
- Welt (Basisinvestment): METZLER Wachstum International
- Schwellenländer: GARTMORE Emerging Markets Fund
- Technologiewerte: FLEMINGS European Technology Fund FLEMINGS Pacific Technology Fund