I. Halbjahr 1998

1998
Quartal II
Bernd Schmidt
Von Bernd Schmidt
Diana Gotzmer
Geprüft Diana Gotzmer
Aktualisiert: 12. Oktober 2025
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Ausgabe 1, 01.07.1998

Liebe AnlegerInnen und InvestorInnen,

mit viel Skepsis und Vorsicht hat man in das Jahr 1998 geblickt, es mußte ja gerade erst einmal die herbeigeredete „scharfe“ Korrektur aus dem Oktober 1997 verdaut werden. Zum Halbjahresultimo (30.06.) stehen wir am deutschen Markt mit einem erstaunlichen Plus von 38,77% da: Hatte der DEUTSCHE AKTIENINDEX DAX doch am 31.12.1997 noch mit 4.249,69 Zählern geschlossen, standen gestern 5897,44 Punkte zu Buche. Als nächstes werden – wieder sehr vorsichtig – 6.200 bis 6.300 Punkte angepeilt, allerdings stehen wir in Deutschland vor einer Bundestagswahl und einem vor historischem Hintergrund zu sehenden relativ schwachen III. Quartal, so daß die Ergebnisse aus dem I. Halbjahr mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht fortgeschrieben werden können. Es werden sich also meiner Meinung nach innerhalb der nächsten drei Monate gute Einstiegsmöglichkeiten ergeben! Die Party scheint noch lange nicht zu Ende!

Der Börsenmarkt in Amerika, der sechs Jahre des vehementen Aufschwungs erlebt hat, schaltete einen Gang zurück. Das wichtigste Marktbarometer, der DOW JONES INDUSTRIAL INDEX, legte „lediglich“ 13,20% auf 8.952,02 Punkte zu. Hier findet eine Konsolidierung auf sehr hohem Niveau statt, d.h., daß sich das erreichte Kursniveau sich unter Schwankungen etabliert. Man geht davon aus, die 10.000 Punkte-Marke innerhalb der nächsten zwölf bis 18 Monate zu überspringen.

Weit abgeschlagen ist Asien, was ein Grund dafür ist, warum Aktien- und Rentenpapiere der Industriestaaten, insbesondere Europas, bevorzugt wurden. Die Finanzkrise, die seit dem 02.07.1997 andauert und in Thailand ihren Ursprung nahm, ist in vollem Gange. Die Aktienkurse liegen nahe der historischen Tiefstände und in den meisten Staaten greift die Rezession um sich. Der starke Verfall der Währungen zieht nun den wirtschaftlichen und sozialen Abstieg nach sich. Es besteht nach wie vor die Gefahr, dass diese Region die gesamte Weltwirtschaft aus den Ankern reißt, sollten die eingeleiteten Maßnahmen nicht greifen. Der NIKKEI INDEX in Japan verlor weitere 4,80% auf 15.830,27 Punkte. Trotzdem ragen einige Staaten aufgrund fundamentaler Daten heraus: Honkong, Taiwan und Singapur. Reformwillig und mit positiver Perspektive zeigen sich Südkorea und Thailand , während Malaysia und Indonesien sich diesem Prozess noch widersetzen.

Jüngste Entwicklungen in Japan, der Konjunkturlokomotive für die Region, lassen jedoch Hoffnung aufkommen. Die Sanierung des Finanzsektors über eine Überbrückungsbank könnte die Wende einleiten, und der Ausbruch des NIKKEI INDEX aus dem Abwärtstrend löst erste Kaufsignale aus. Das Wechselkursverhältnis des YEN zum US-Dollar zeigt sich ebenfalls relativ stabil und untermauert diese positive Erwartung.

Fazit:

Die mutigeren InvestorInnen können das III. Quartal 1998 zu ersten Käufen in den Schwellenländern bzw. Japan nutzen. Obwohl die Unsicherheiten noch nicht vorbei sind, erscheint eine Trendwende an den Aktienbörsen möglich. Sinnvoll erscheint dabei der schrittweise Einstieg in diese Märkte, beispielsweise über einen Sparplan.

Die konservativeren InvestorInnen nutzen die schwachen Perioden des dritten Quartals zum Einstieg in Qualitätsaktien der Industriestaaten, besonders Europas. Der bestehende Aufwärtstrend dürfte intakt bleiben, da vor dem Hintergrund von niedrigen Zinssätzen, niedriger Inflation und hoher Arbeitslosigkeit Anlagealternativen zu Aktien auf absehbare Zeit fehlen werden. Im Gegenteil: Der Anlagedruck wird sich durch das marode Rentensystem und den Zwang zur privaten Vorsorge noch verschärfen.

Sollten Sie Fragen zu anderen Märkten, Ideen zur Umstrukturierung Ihres Depots oder sonstige Anliegen haben, so stehe ich Ihnen jederzeit gern zur Verfügung!

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Bernd Schmidt
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